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Corona-Prämie für Krankenhauspflegepersonal

Verband und Kammern: Ungerechte Verteilung

100 Mio. Euro für Prämien-Auszahlungen an Pflegepersonal in Krankenhäusern reichen laut DBfK und Pflegekammern nicht aus.
100 Mio. Euro für Prämien-Auszahlungen an Pflegepersonal in Krankenhäusern reichen laut DBfK und Pflegekammern nicht aus.

Der von GKV-Spitzenverband und Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) vorgelegte Lösungsvorschlag für eine Corona-Prämie an durch COVID-19 laut Konzept besonders belastete Pflegefachpersonen findet nur bedingten Zuspruch seitens des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) und der Pflegekammern.

"Es ist zu begrüßen, dass jetzt auch die Kolleginnen und Kollegen im Krankenhaus eine Prämie bekommen sollen. Es hatte für viel Unmut in der Berufsgruppe gesorgt, dass nicht überall die Prämie gezahlt werden sollte", sagt DBfK-Präsidentin Christel Bienstein. Allerdings sei die Prämie nur in Krankenhäusern vorgesehen, die bis zum 30. September dieses Jahres eine gewisse Mindestzahl von COVID-19-Patienten behandeln. Auch das Reinigungspersonal sei nicht berücksichtigt. "Beides erscheint nicht nur im Vergleich mit der Langzeitpflege ungerecht", so Bienstein.

100 Mio. Euro nicht ausreichend

Auch die Pflegekammern sehen eine Auszahlung der Corona-Sonderprämien für Pflegepersonal in Krankenhäusern grundsätzlich positiv. Damit werde "die himmelschreiende Ungerechtigkeit bei der Verteilung der Corona-Prämie korrigiert", betont etwa die Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen, Nadya Klarmann. Wie sie ist auch ihr Amtskollege in Reinland-Pfalz, Markus Mai, skeptisch, dass die im Konsenspapier dafür vorgesehenen 100 Millionen Euro ausreichen werden.

"Rein rechnerisch würde diese Summe bei 1.000 Euro pro Beschäftigten nur für 100.000 Pflegende reichen. Hier droht eine erneute Ungleichbehandlung und Spaltung der Pflege. Es ist nicht zu akzeptieren, dass der Krankenhausträger gutsherrenmäßig entscheiden soll, wer etwas bekommt und wer nicht", so Klarmann weiter.

Prämie für alle Betroffenen im Krankenhaus gefordert

"Wenn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schon ein Vorschlag zur Ausweitung der Prämienauszahlung präsentiert wird, dann muss dieser auch den Anspruch jeder gefährdeten Pflegefachperson abdecken. Wie auch in der Altenpflege muss daher die Auszahlung von 1.000 Euro an alle Betroffenen in den Kliniken garantiert werden", betont Mai.

Noch deutlicher wird der Vizepräsident der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein, Frank Vilsmeier: "Eine Bindung an die Anzahl der behandelten Corona-Fälle im Krankenhaus bestraft […] diejenigen, die mit hohem persönlichen Einsatz dafür gesorgt haben, dass sich niemand im Krankenhaus infiziert." 

Bundesländer sollen um 500 Euro aufstocken

Die Kammern rufen daher die Bundesländer auf, die Prämien um 500 Euro aufzustocken. "Das wäre ein erster wichtiger Schritt, um den tagtäglichen Einsatz der Pflegefachpersonen in Krankenhäusern zu honorieren. Es hätte von Anfang an keine Selektion bei der Auszahlung von Sonderprämien in der beruflichen Pflege geben dürfen. Bei richtiger Umsetzung mit ausreichenden finanziellen Mitteln kann wenigstens dieses Versäumnis aus der Welt geschafft werden", fordert Mai.

Vergütung des Pflegepersonals anheben

Dennoch dürfe die Debatte um faire Lohnstrukturen in der Pflege nicht vom Tisch sein. Deutlich höhere und gerechtere Gehälter würden solche Prämien überflüssig machen, betont Bienstein.

Der DBfK fordert 4.000 Euro brutto als Grundgehalt beim Berufseinstieg für Pflegefachpersonen in allen Sektoren. Bei den anstehenden Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst müsse der Auftakt gemacht werden zu besseren Gehältern. Die Vorbereitung eines allgemeinverbindlichen Tarifvertrags für die Langzeitpflege – ein wichtiges Ziel der Konzertierten Aktion Pflege – stagniere seit Monaten.

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