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Leiharbeit in der Pflege

Klinikverbund Hessen rechnet mit mehr Pflegenden in Zeitarbeit

Der Geschäftsführer des Klinikverbunds Hessen fürchtet, Stammpersonal in der Pflege vermehrt an Zeitarbeitsagenturen zu verlieren.

Der Geschäftsführer des Klinikverbunds Hessen, Reinhard Schaffert, fürchtet, Stammpersonal in der Pflege vermehrt an Zeitarbeitsagenturen zu verlieren. Denn die Arbeitgeber dort zahlten oft übertariflich. Schaffert sagte am Samstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur:

"Ich sehe die Gefahr schon, dass es zu relativ umfangreichen Abwanderungen von Personal aus den Krankenhäusern kommen kann, wenn man jetzt nicht dagegen steuert."

Attraktive Konditionen für Pflegepersonal in der Leiharbeit stellten Krankenhäuser vor Probleme. Zwar unterstützten Pflegende in Zeitarbeit Kliniken im Fall von Personalausfällen oder Personalengpässen, aber sie verursachten auch hohe Kosten.

Ungleicher Wettbewerb

Zeitarbeitsfirmen locken mit hohen Gehältern, Wunscharbeitszeiten und manchmal sogar Dienstwagen. Damit können Kliniken und Pflegeeinrichtungen kaum mithalten. Leiharbeit kostet sie nicht nur eine Menge Geld, sondern belastet auch das Stammpersonal. Muss die Politik intervenieren? Lesen Sie –  zugangsfrei –  diesen Fachartikel dazu in Die Schwester | Der Pfleger. 

Abonnentinnen und Abonennten können zusätzlich ein Interview mit dem Deutschen Pflegerat (DPR) zum Thema lesen: "Wir haben nicht zu wenige Pflegende, wir haben zu wenige Pflegende, die bereit sind, unter den gegenwärtigen Bedingungen zu arbeiten", sagt darin der ehemalige DPR-Präsident Franz Wagner. Gemeinsam mit Christine Vogler erläutert er, welche beruflichen und gesellschaftlichen Veränderungen notwendig sind, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen.

Schaffert schätzte die Mehrkosten aufgrund von Leiharbeit in einem Krankenhaus mit ca. 300 Betten auf mehrere Hunderttausend Euro jährlich. Während der Corona-Pandemie sei diese Größenordnung "sicherlich nicht gesunken".

Grund für die übertarifliche Bezahlung von Pflegenden in der Leiharbeit sei u. a. der Fachpersonalmangel in der Pflege.

Laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit stammten im Dezember 2020 hessenweit 2,1 % der Beschäftigten in der Gesundheits- und Krankenpflege aus der Leiharbeit.

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