• News
Pflegepolitik im Land Berlin

Viele Pläne nicht zu Ende gedacht oder ins Stocken geraten

Der DBfK Nordost äußert sich enttäuscht über das bisher Erreichte der Berliner Landesregierung für die Profession Pflege.

Das Resümee zum seit einem Jahr in Verantwortung regierenden Senat (bestehend aus CDU und SPD) in Berlin fällt seitens des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) Nordost ernüchternd aus. Die Landesregierung müsse stärker strategisch handeln statt "vage Absichtserklärungen" ankündigen. So stocke aktuell "das wichtigste Projekt" zur Aus-, Fort- und Weiterbildung von Pflegefachpersonen – der Wenckebach-Campus –, den die Koalition "mit Hochdruck realisieren" wollte, monierte der DBfK Nordost am Dienstag. Auf dem Gelände des Wenckebach-Krankenhauses in Berlin-Tempelhof sollen bestehende Pflegeschulen zusammengeführt werden. Im aktuellen Doppelhaushalt komme der Campus jedoch nicht vor.

"Wichtigste Projekt" für Profession Pflege liegt auf Eis 

DBfK-Nordost-Vorstandsvorsitzender Johannes Wünscher sagte:

"In Berlin sind 1.200 Ausbildungsplätze in der Pflege unbesetzt, aber genau deshalb braucht es den Campus. Die politisch gewollte und dringend benötigte Aufwertung des Pflegeberufs muss endlich sichtbar werden, um schon den Einstieg in den Beruf attraktiv zu machen. Der Campus Wenckebach wäre dafür ein Meilenstein."

Zwar begrüße er den angekündigten "Masterplan Ambulante Versorgung" und das Bekenntnis zur Erweiterung und Vernetzung von "multiprofessionellen, integrierten Gesundheitszentren" – mit dem Innovationsfondsprojekt "Erwin" starte im Sommer ein wichtiges Modellprojekt.

Selbstverwaltung der Pflegeberufe fehlt

Aber:

"Ohne Masterstudiengang 'Community Health Nursing' in der Hauptstadt wird das vollständige gesundheitsförderliche Potenzial professioneller Pflege unerreicht bleiben."

Ursächlich für viele Pläne, die nicht zu Ende gedacht oder ins Stocken geraten seien, ist aus Sicht des DBfK Nordost die fehlende Selbstverwaltung der Pflegeberufe. Schon 2015 habe sich eine Mehrheit der Befragten im Land für die Gründung einer Pflegekammer ausgesprochen. Weitere Schritte seien seitdem aber immer wieder vertagt worden. Im Koalitionsvertrag sprächen sich CDU und SPD zwar "für eine starke institutionelle Interessenvertretung für Pflegeberufe" aus. Aber wann "die zeitnahe Durchführung einer Befragung der Menschen in Pflegeberufen" erfolgen solle, "deren Ergebnis als Grundlage für die Errichtung einer dann zu schaffenden Institution dienen wird", sei unklar.

Kostenloser Newsletter

  • 2x Wöchentlich News erhalten
  • garantiert kostenlos, informativ und kompakt
* Ich stimme den Bedingungen für den Newsletterversand zu. 

Bedingungen für Newsletterversand:

Durch Angabe meiner E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Anmelden“ erkläre ich mich damit einverstanden, dass der Bibliomed-Verlag mir regelmäßig pflegerelevante News aus Politik, Wissenschaft und Praxis zusendet. Dieser Newsletter kann werbliche Informationen beinhalten. Die E-Mail-Adressen werden nicht an Dritte weitergegeben. Meine Einwilligung kann ich jederzeit per Mail an info@bibliomed.de gegenüber dem Bibliomed-Verlag widerrufen.