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Offener Brief an die künftige Bundesregierung

Stern-Appell: "Geben Sie der Pflege ihre Würde wieder"

"Die Lage ist ernst. Nehmen Sie sie auch ernst", appelliert der Stern in einem Offenen Brief an die künftige Ampelregierung.

In einem Offenen Brief hat der Stern die künftige Ampelkoalition aufgefordert, das Profitdenken im Gesundheitssystem zu stoppen und der Pflege ihre Würde wiederzugeben. Ein wichtiger Teil der Koalitionsverhandlungen müsse sich der "Jahrhundert-Aufgabe" widmen, das Gesundheits- und Pflegesystem grundlegend zu reformieren, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Brief.

"Jahrhundert-Aufgabe" Pflege

Am Mittwoch – rd. einen Monat nach der Bundestagswahl – sind SPD, Grüne und FDP mit 22 Arbeitsgruppen in Detailverhandlungen über die Bildung einer gemeinsamen Regierung gestartet. Anlass genug für den Stern, an seine Pflege-Petition – die mehr als 350.000 Menschen zeichneten – und die darin gestellte zentrale Forderung zu erinnern: die "konsequente Abkehr von Profitdenken und ökonomischen Fehlanreizen durch eine Gesundheitsreform".

Gleichzeitig der Appell:

"Die Lage ist ernst. Nehmen Sie sie auch ernst… Denken Sie nicht nur an die nächste Legislaturperiode und die Bundestagswahl in vier Jahren. Denken Sie in Jahrzehnten und an die Millionen von Menschen, die auf ein funktionierendes Pflege- und Gesundheitssystem angewiesen sein werden."

Die Befürworterinnen und Befürworter der Petition seien sich einig darin, dass Pflegefachpersonen bessere Arbeitsbedingungen, bessere Karrierechancen und höhere Gehälter bräuchten.

Ohne bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege geht es nicht

Im Brief heißt es dazu:

"Das ist nicht nur eine Frage der Fairness gegenüber diesen Menschen, die jeden Tag Großes für die Gemeinschaft leisten. Es ist Voraussetzung dafür, dass unser System der Pflege nicht in absehbarer Zeit kollabiert."

Im Jahr 2030 würden bis zu 500.000 Pflegende fehlen, die Zahl der Pflegebedürftigen steige auf 5 Mio. Selbst der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) fordere angesichts dieser Bedrohung eine "Revolution in der Pflege".

Ursachen bekämpfen, nicht nur Symptome

Der bisherige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe bislang nur die Symptome des Pflegenotstands zu kurieren versucht, anstatt die Ursachen zu bekämpfen. Die Ursachen für den Pflegenotstand und die Fehlanreize im Gesundheitssystem seien komplex, jedoch nicht unlösbar. Diese Chance müsse die neue Regierung nutzen.

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