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Impfbereitschaft in der Pflege

So wollen Niedersachsen und der DBfK die Impfquote erhöhen

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens will Heime und Pflegedienste anschreiben, der DBfK setzt auf Aufklärung.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hat die mangelnde Impfbereitschaft von Pflegefachpersonen gegen SARS-CoV-2 kritisiert. Die Impfquote unter den Beschäftigten in der Pflege variiere sehr stark, sagte Behrens in der Vorwoche.

"Insgesamt sind die Impfquoten gerade für diesen so sensiblen Bereich aber noch zu niedrig."

Stichproben unter Pflegenden in Niedersachsen wiesen auf unterdurchschnittliche Impfzahlen hin.

Behrens will Heime und Pflegedienste anschreiben

Laut Ministerium habe eine Onlineumfrage des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste Anfang September ergeben, dass im Durchschnitt 65 % aller Mitarbeitenden in Niedersachsen erstgeimpft waren.

Höher liegt die Impfquote in den Heimen der Wohlfahrtsverbände, dort sind 86 % der Pflegefachpersonen komplett geimpft.

Zwar seien die Ergebnisse beider Umfragen nicht repräsentativ, aber Behrens sieht in beiden Fällen noch Luft nach oben.

Die SPD-Politikerin will nun Heime und Pflegedienste anschreiben, damit sie ihre Mitarbeitenden zum Impfen aufrufen.

Verantwortung des Pflegepersonals

Da jetzt die dritten Impfungen für Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen starteten, könnten die Beschäftigten die Chance nutzen und sich gleich mitimpfen lassen, so Behrens.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Uwe Schwarz sprach von einem "desaströsen Bild". Dass sich Beschäftigte in der Pflege weigerten, sich und andere Menschen zu schützen, sei schlicht unbegreiflich und nicht akzeptabel. Den Beschäftigten müsse klar sein, welche Verantwortung sie haben.

DBfK setzt auf Aufklärung

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) setzt derweil darauf, die Impfbereitschaft stärker mit Aufklärung und niedrigschwelligen Impfangeboten zu fördern. Gleichzeitig nimmt der Verband Arbeitgeber in die Pflicht, dies ebenfalls in ihren Einrichtungen umzusetzen.

In der Impfkampagne sei noch längst nicht alles ausgeschöpft, so der DBfK. Menschen, die noch zögerten, müssten von der Impfung überzeugt werden; jene, die bislang aus Nachlässigkeit noch kein Impfangebot angenommen hätten, könnten gut etwa über aufsuchende Impfangebote erreicht werden.

Auch eine Frage der Kollegialität

Der DBfK rät allen beruflich Pflegenden nachdrücklich zur Impfung. Die Impfung sei nicht nur ein Ausdruck von Solidarität gegenüber der Gemeinschaft, sondern v. a. der beste Schutz für die beruflich Pflegenden selbst, ihre Familien und die Menschen, die sie versorgten.

In den Pflegeberufen sei es außerdem eine Frage der Kollegialität: Wenn Ungeimpfte wegen einer Quarantäneanordnung ausfielen, müssten dies die sowieso schon überlasteten Kolleginnen und Kollegen kompensieren.

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