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Umfrage

Pflegende weiterhin unzufrieden und wenig optimistisch

Pflegepersonal rechnet laut Umfrage mehrheitlich nicht mit Verbesserungen der Arbeitsbedingungen.

Eine aktuelle Umfrage unter Pflegenden bestätigt erneut deren starke Überlastung, Jobwechselabsichten und Unzufriedenheit mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung. Allerdings scheinen die aktuellen Ergebnisse der im März gestarteten Medwing-Umfrage weniger dramatisch, wie jene vorheriger Studien – etwa des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz oder der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN).

So fühlten sich laut Umfrage etwa 38 % der befragten Pflegenden in ihrem Beruf oft deutlich überlastet und gestresst. Knapp 20 % empfinde dieses Gefühl sogar dauerhaft. In anderen Studien gaben noch drei Viertel der Befragten eine Überlastung an. 

Interessant auch: Knapp 24 %, weniger als ein Viertel, der Teilnehmenden will infolge der Pandemie dem Gesundheitswesen den Rücken kehren. Bisherige Studien hatten ermittelt, dass etwa ein Drittel der Pflegenden den Job verlassen wollten. 

Keine Verbesserungen der Arbeitsbedingungen

Unverändert hoch dagegen ist die Bewertung der Arbeitsbedingungen: 68 % der Pflegenden gab an, nicht mit Verbesserungen in ihrem Job zu rechnen.

In der Umfrage heißt es dazu:

"Der Großteil glaubt schlicht und ergreifend nicht mehr an eine positive Wendung für das Personal im Gesundheitswesen, da es auch bisher nicht einmal Corona geschafft habe, ebensolche herbeizuführen."

In den Begründungen fänden sich eine hohe Frustration und die Kritik an einer fehlenden Lobby für die Berufsgruppe.

Auch das Krisenmanagement der Bundesregierung wird weiterhin überwiegend negativ bewertet. Hatten frühere Studien hier teils extreme Ergebnisse geliefert – so fühlten sich laut DGIIN-Studie 96 % der Pflegenden von der Politik im Stich gelassen –, äußerten sich aktuell 56 % der Befragten unzufrieden bis sehr unzufrieden. So hätten die Teilnehmenden auch Verständnis gezeigt, "dass auch für die Bundesregierung die Pandemie und deren Ausmaße nicht vorhersehbar waren". Dennoch fehle der Mehrheit ein konkreter und konsequent einzuhaltender Fahrplan.

Medwing ist ein Karriereberatungsunternehmen für alle Gesundheitsberufe. An der Umfrage beteiligten sich über 1.600 Beschäftigte in Gesundheitsberufen, darunter mehr als 1.500 Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger, Altenpflegerinnen und -pfleger und Pflegehelferinnen und -helfer. Rund 80 % aller Befragten arbeitet in Festanstellung, fast 60 % in Vollzeit. Etwa 60 % ist in Krankenhäusern und Altenheimen beschäftigt. Unter den Antwortenden waren 75 % weiblich.

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