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DAK-Gesundheitsreport

Personalmangel in der Pflege macht krank

Der Zusammenhang zwischen Personalmangel und Krankenstand scheint größer als bisher angenommen.

Beschäftigte in Branchen mit Personalnot und Fachpersonalmangel haben ein höheres Gesundheitsrisiko: Ein Viertel leidet unter Schmerzen, ein Drittel hat Schlafstörungen, mehr als die Hälfte ist komplett erschöpft. Der Krankenstand in Mangelberufen wie der Pflege ist bereits heute mit bis zu sieben Prozent überdurchschnittlich hoch. Das zeigt der aktuelle DAK-Gesundheitsreport 2023 "Gesundheitsrisiko Personalmangel – Arbeitswelt unter Druck".

Mehrheit des Pflegepersonals geht krank zur Arbeit

Demnach erlebten drei Viertel (74 Prozent) der befragten Gesundheits- und Krankenpflegenden regelmäßig Phasen, in denen die Arbeit mit dem vorhandenen Personal nur unter großen Anstrengungen zu schaffen war. Besonders betroffen sind nach DAK-Angaben auch Altenpflegepersonen (65 Prozent). Die große Mehrheit des Pflegepersonals geht zudem krank zur Arbeit, was das Gesundheitsrisiko noch erhöhe, so die DAK.

Der Vorsitzende des Vorstands der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, sagte:

"Die Zusammenhänge zwischen Personalmangel und Krankenstand sind viel größer, als bisher vermutet. Deshalb müssen wir schnell gegensteuern."

Die Betroffenen der Umfrage berichteten von starkem Termin- und Leistungsdruck, Überstunden und versäumten Pausen. Wer regelmäßig Personalmangel erlebe, könne in der Freizeit oft nicht abschalten, verzichte auf Sport und finde wenig Zeit für Hobbys, Familie und Freunde.

Stress und Druck einerseits sowie fehlende Erholung und Ausgleich andererseits beeinflussten negativ die Gesundheit: Fast die Hälfte der Befragten sei häufig oder sehr häufig müde und erschöpft (54 Prozent). Rund ein Drittel (35 Prozent) berichte von nächtlichen Schlafstörungen oder Beschwerden des Muskel-Skelett-Systems, wie Rückenschmerzen, und mehr als ein Fünftel (23 Prozent) leide unter Kopfschmerz.

Mehr in betriebliches Gesundheitsmanagement investieren

Hohe Fehlzeiten und Personalmangel bedingten einander und verstärkten sich jeweils in den Effekten.

Von den befragten Beschäftigten, die regelmäßig Personalmangel erleben, sagten nur 31 Prozent: "Mein Betrieb engagiert sich für das Wohlergeben seiner Mitarbeiter". Kaum mehr als ein Fünftel gab an, dass in der täglichen Arbeit Gesundheitsaspekte berücksichtigt werden.

Bei dem Versuch, die betrieblichen Aufgaben unter den Zwängen des Personalmangels zu meistern, werde aktuell in vielen Unternehmen die gesundheitliche Dimension ausgeblendet, bemängelte die DAK. Dabei könne das Potenzial von betrieblichem Gesundheitsmanagement noch viel mehr genutzt werden.

Für den DAK-Gesundheitsreport hat das Institut Forsa den Angaben zufolge rund 7.000 Erwerbstätige zwischen 18 und 65 Jahren befragt. Ausgewertet wurden zudem Daten von 2,4 Millionen erwerbstätigen Versicherten der Kasse.

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