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Pflegepolitik

Konstituierung der Pflegekammer NRW

Anja Wiedermann (Geschäftsführerin der Pflegekammer NRW), Ludger Risse (stellv. Vorsitzender des Errichtungsausschusses), Sandra Postel (Vorsitzende des Errichtungsausschusses), Minister Karl-Josef Laumann, Gudrun Haase-Kolkowski (Vorstandsmitglied Errichtungsausschuss), Jens Albrecht (Vorstandsmitglied Errichtungsausschuss; v. li.)

Am Freitag hat sich die aus 60 Mitgliedern bestehende Kammerversammlung der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen (NRW) konstituiert. Sie löst den Errichtungsausschuss ab, in dem sich 38 Pflegende seit September 2020 engagiert hatten, um den Aufbau der Pflegekammer vorzubereiten.

Von Fremd- zu Eigenbestimmung

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) betonte in seinem Grußwort die Notwendigkeit der Pflegekammer.

"Heute ist ein historischer Tag für die Pflege in Nordrhein-Westfalen. Wir haben jetzt eine berufsständische Vertretung für die Pflegenden. Ich freue mich, dass die Pflege nun endlich auf Augenhöhe mit den anderen Professionen des Gesundheitswesens steht. Die Pflegekräfte sind nun politisch unabhängig und haben es selbst in der Hand, die Pflege zu verändern. Dies ist eine enorme Chance."

Die Vorsitzende des Errichtungsausschusses der Pflegekammer NRW, Sandra Postel, sagte:

"Die Aufgabe lautet nun, mit einem starken Zusammenhalt und neuem Selbstbewusstsein die spezifischen Interessen der Mitglieder deutlich und nachdrücklich in der Öffentlichkeit und Politik zu vertreten. Unsere Pflegekammer ist schon jetzt die größte Heilberufskammer Deutschlands. Das ist für die professionelle Pflege die Chance, den wachsenden Herausforderungen mit Gestaltungswillen und Einflussvermögen zu begegnen und im Kräftespiel des Gesundheitswesens mitzuwirken."

Etwa die Hälfte der Pflegenden in NRW registriert

Wenn auch neben der Pflegekammer in Rheinland-Pfalz die größte Pflegekammer Deutschlands, hat die Kammer in NRW noch Luft nach oben: Von rd. 200.000 potenziellen Mitgliedern seien gerade einmal 102.000 vollständig registriert, sagte Geschäftsführerin Anja Wiedermann während einer Pressekonferenz auf Nachfrage von BibliomedPflege. Die zahlreichen Informationsveranstaltungen zum Thema Pflegekammer sollen deshalb weiterlaufen. Allein in den vergangenen Monaten hätten bereits 400 solcher Termine stattgefunden.

Bis 2027 müssen die in der Pflegekammer organisierten Pflegenden dank finanzieller Unterstützung des Landes keinen Mitgliedsbeitrag zahlen. Doch auch danach rechnet der stellvertretende Vorsitzende des Errichtungsausschusses, Ludger Risse, nicht mit horrenden Beiträgen. Auf der Pressekonferenz kalkulierte er mit Summen zwischen 5 und 10 Euro. Eine Garantie dafür sei zwar "schlichtweg unmöglich", aber er könne sich nicht vorstellen, dass die Kammer einem Beitrag von deutlich über 10 Euro zustimmen würde. 

Die neu gewählte Kammerversammlung hat noch am Freitagnachmittag ihre Arbeit offiziell aufgenommen. Zunächst werde über die Hauptsatzung beraten, in der alle wichtigen Regeln zu Aufbau und Organisation fest zu verankern seien. Mit Verabschiedung der Hauptsatzung könne dann die Kammerversammlung Beschlüsse fassen und die Vorstandswahlen durchführen.

Die Wahlen von Vorstand und Präsidium sollen Ende Januar 2023 erfolgen.

DPR: Vorbild für weitere Kammergründungen

NRW müsse zusammen mit Rheinland-Pfalz Vorbild für Kammergründungen in allen weiteren Bundesländern sein, sagte die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, anlässlich der konstituierenden Sitzung. Weitere Länder müssten über ihren Schatten springen und konsequent Kammergründungen voranbringen.

"Die Pflegekammer NRW wird eine starke Stimme für die beruflich Pflegenden sein und diese enorm stärken. Die beruflich Pflegenden haben es verdient, in ihrem Berufsstand gut vertreten zu werden."

Vogler äußerte sich zuversichtlich, dass sich die Pflege auf Augenhöhe mit anderen Professionen des Gesundheitssystems etabliert und die Bedingungen in dem Beruf positiv mit verändern wird.

Dazu bedürfe es jedoch auch eines festen Willens und eines gemeinsamen Ziels aller daran Beteiligten. Ziel müsse sein, die Interessen der beruflich Pflegenden in allen sie betreffenden Bereichen zu bewahren, zu schützen, wo nötig weiterzuentwickeln und zu unterstützen.

Das sich aus der Pflegekammer NRW verbesserte Ansehen des Berufs und sich daraus entwickelnde Selbstbewusstsein könne etwas entstehen lassen, was der Pflege gegenüber seit Langem fehle: Aufrichtiger Respekt und Wertschätzung.

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