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Pflegepolitik

ICN fordert Ausbau von Advanced Practice Nursing

ICN fordert Ausbau von Advanced Practice Nursing

Der International Council of Nurses (ICN) fordert den weltweiten Ausbau von Advanced Practice Nursing. Akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen könnten als Advanced Practice Nurses (APN) mit erweiterten Kompetenzen dazu beitragen, den Fachkräftemangel abzufedern, Versorgungslücken zu schließen und Menschen mit chronischen Erkrankungen wohnortnah zu versorgen. Das geht aus Stellungnahmen hervor, die der Weltpflegeverband im Rahmen seiner APN-Konferenz in Nashville, USA, veröffentlicht hat.

Angesichts knapper Personalressourcen, alternder Bevölkerungen und steigender Krankheitslast müssten Regierungen und Gesundheitssysteme die Rahmenbedingungen für APN gezielt verbessern, sagte ICN-CEO Howard Catton. Erweiterte Pflegepraxis sei eine bewährte Antwort auf zentrale Herausforderungen der Gesundheitsversorgung. "Sämtliche Daten belegen, dass Advanced Practice Nursing eine bewährte Lösung für die grundlegenden Herausforderungen unserer Gesundheitssysteme ist", sagte Catton. 

Advanced Practice Nurses weltweit auf dem Vormarsch

Nach Angaben des ICN sind APN-Rollen inzwischen in 62 Prozent der am Bericht "State of the World's Nursing 2025" der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beteiligten Länder etabliert. 2020 habe dieser Anteil noch bei 53 Prozent gelegen. Weitere 13 Prozent der Staaten verfügen demnach über teilweise eingeführte Strukturen. Gleichzeitig bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede bei Ausbildung, Regulierung und Einsatzmöglichkeiten von Pflegefachpersonen in erweiterten Rollen. 

APN übernehmen je nach nationalem Rechtsrahmen unter anderem komplexe klinische Aufgaben, koordinieren Behandlungsprozesse und begleiten Menschen mit chronischen oder mehrfachen Erkrankungen. Laut ICN belegen Studien, dass APN-geführte Versorgung sichere Behandlungsergebnisse und eine hohe Patientenzufriedenheit erreicht.

ICN fordert Investitionen in APN-Ausbildung

Der Weltpflegeverband fordert Investitionen in die Ausbildung von APN, eine einheitliche Regulierung der Berufsrollen sowie nachhaltige Karrierewege. Pflegefachpersonen mit erweiterten Kompetenzen müssten ihre Qualifikation umfassend nutzen können. Veraltete Regelungen, Personalmangel und schlechte Arbeitsbedingungen begrenzten dieses Potenzial in vielen Ländern weiterhin. 

"Wir haben die Evidenz und wir haben die Expertise. Was wir jetzt brauchen, sind politisches Engagement, Investitionen und eine klare Regulierung", sagte Catton. 

APN sollen Versorgungslücken schließen

Auf der viertägigen Konferenz des ICN diskutierten nach Verbandsangaben mehr als 1.300 Pflegeexpertinnen und Pflegeexperten über den Beitrag von APN zur Primärversorgung, zur Versorgung chronisch kranker Menschen, zur Patientensicherheit sowie zum Einsatz digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz. 

Zum Abschluss der Veranstaltung bekräftigte der ICN seine Forderung, Advanced Practice Nursing zu einer Priorität in den Gesundheitssystemen zu machen. APN könnten dazu beitragen, den Zugang zur Versorgung zu verbessern, Prävention zu stärken und unnötige Krankenhauseinweisungen zu vermeiden. 

APN-Gesetz: Deutschland bereitet neue Rolle vor

Während der ICN einen beschleunigten Ausbau von Advanced Practice Nursing fordert, laufen entsprechende Vorbereitungen auch in Deutschland. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums soll noch 2026 ein APN-Gesetz vorgelegt werden. Es soll Pflegefachpersonen mit Masterabschluss zusätzliche heilkundliche Befugnisse sowie eigene Verordnungs- und Abrechnungsmöglichkeiten eröffnen. 

Zugleich arbeiten Krankenhäuser an konkreten Konzepten für den Einsatz von APN. So hat der Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken Deutschlands (VPU) eine Rahmenempfehlung zur Implementierung von Advanced Practice Nursing veröffentlicht. Darin fordert der Verband unter anderem klare Governance-Strukturen, verbindliche Rollenprofile, geregelte Verantwortlichkeiten und nachhaltige Finanzierungsmodelle. APN-Rollen sollten sich dabei an konkreten Versorgungslücken orientieren und ihre Wirkung systematisch evaluiert werden. Damit greift der VPU zentrale Forderungen des ICN nach klaren rechtlichen Rahmenbedingungen, qualifizierter Ausbildung und einer strukturierten Integration von APN in die Gesundheitsversorgung auf.

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