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Rahmenempfehlung

VPU legt Leitfaden für APN‑Implementierung vor

Der VPU hat eine umfassende Rahmenempfehlung zur Implementierung von Advanced Practice Nursing in deutschen Krankenhäusern veröffentlicht. Der Leitfaden fordert klare Governance‑Strukturen, Rollenprofile und belastbare Finanzierungsmodelle für eine evidenzbasierte Weiterentwicklung pflegerischer Expertise.

Der Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken Deutschlands (VPU) hat eine neue Rahmenempfehlung zur Implementierung von Advanced Practice Nursing und Midwifery (APN/APM) in deutschen Krankenhäusern veröffentlicht. Die VPU‑Publikation macht deutlich, dass Krankenhäuser angesichts steigender Versorgungsbedarfe, zunehmender klinischer Komplexität sowie des Drucks auf Qualität und Patientensicherheit strukturierte, evidenzbasierte Modelle benötigen. Laut VPU verlangen interprofessionelle Zusammenarbeit und komplexe Versorgungssituationen "tragfähige, evidenzbasierte Strukturen" für APN/APM‑Rollen.

Die Rahmenempfehlung argumentiert, dass APN/APM erst dann wirksam zur Versorgung beitragen können, wenn "klare Rahmenbedingungen – mit verbindlichen Governance‑Strukturen, eindeutigen Rollenprofilen, geregelten Verantwortlichkeiten, nachhaltiger Finanzierung und einer systematischen Implementierung" geschaffen sind. 

Konkrete Voraussetzungen für erfolgreiche APN/APM‑Einführung

Die Empfehlung listet mehrere Bedingungen, die Kliniken zwingend zu erfüllen hätten. Dazu gehören laut VPU:

  • eine klare organisationale Verankerung,
  • aktive Unterstützung durch die Führung,
  • transparente Aufgaben- und Stellenprofile,
  • wissenschaftlich fundierte Arbeitsbedingungen,
  • sowie belastbare Finanzierungsmodelle. 

In der Rahmenempfehlung betont der VPU zudem, dass APN/APM‑Rollen nicht isoliert eingeführt werden dürfen. Stattdessen seien verbindliche Governance‑Instrumente notwendig – etwa APN‑Steering‑Committees, klare Berichtswege oder strategische Gremien –, um Prioritäten, Qualitätssicherung und langfristige Verankerung im Versorgungssystem sicherzustellen. 

Schrittweises Vorgehen

Laut VPU sollten APN/APM‑Rollen nicht einfach "von oben" eingeführt werden, sondern sich aus einem klaren Versorgungsbedarf ergeben müssen. Der Leitfaden beschreibt ein nachvollziehbares Schritt‑für‑Schritt‑Vorgehen, das Häusern dabei Orientierung gibt. Konkret bedeutet das:

  1. Zuerst prüfen, wo Versorgungslücken bestehen
    Ausgangspunkt ist immer eine Analyse, welche Patientengruppen besondere Bedarfe haben oder wo wiederkehrende Probleme in der Versorgung auftreten.

  2. Festlegen, welche Ziele erreicht werden sollen:
    Aus den identifizierten Lücken sind messbare Ziele abzuleiten – etwa Verbesserungen in Prozessen, Ergebnissen oder Strukturen. Diese Ziele bestimmen später die Ausgestaltung der Rolle. 

  3. Rolle entwickeln:
    Erst wenn klar ist, welche Probleme gelöst werden sollen, wird definiert, welche Kompetenzen die APN/APM‑Rolle braucht und wie das neue Versorgungsmodell aussehen soll. Die Rolle folgt also dem Bedarf – nicht umgekehrt. 

  4. Stakeholder früh einbinden:
    Der Leitfaden fordert ausdrücklich, Pflegende, Ärzteschaft, Therapieberufe und weitere Beteiligte früh einzubinden, damit Erwartungen geklärt werden und Akzeptanz geschaffen wird. 

  5. Einführung gut vorbereiten und begleiten:
    APN/APM‑Rollen brauchen strukturierte Einarbeitung und kontinuierliche Begleitung, etwa durch Supervision, definierte Entwicklungsziele und klare Kommunikationswege. Das soll verhindern, dass Rollen im Klinikalltag unklar bleiben oder ins Leere laufen. 

  6. Regelmäßig überprüfen, ob Ziele erreicht werden:
    Nach der Einführung wird die Rolle systematisch evaluiert. Dazu gehören etwa die Überprüfung von Patientenergebnissen, Prozessqualität, dokumentierten Aktivitäten und strukturellen Effekten. Falls nötig, ist die Rolle anzupassen. 

Insgesamt folgt die Empfehlung dem Grundsatz: bedarfsgerecht starten – Rolle schrittweise entwickeln – Wirkung messen – bei Bedarf nachjustieren. Dadurch soll vermieden werden, dass APN/APM‑Rollen zwar formal eingerichtet werden, aber im klinischen Alltag ohne Wirkung bleiben. 

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