Mit der Corona-Testpflicht in Pflegeeinrichtungen spitzt sich der Personalmangel in der Pflege weiter zu. Denn die Schnelltests kosten zusätzliche Zeit und die Personalsituation ist bereits sehr angespannt aufgrund der zusätzlichen Hygienemaßnahmen und des Besuchsmanagements.
#pflegereserve: bundesweit verfügbarer Freiwilligenpool
Die Pflegekammer Schleswig-Holstein hat deshalb alle Pflegeeinrichtungen sowie pflegerisch und medizinisch vorgebildetes Personal mit freien Kapazitäten aufgerufen, sich auf der Internetplattform #pflegereserve zu registrieren. #pflegereserve ist ein bundesweit verfügbarer Pool aus qualifizierten freiwilligen Helfern mit pflegefachlichem Hintergrund. Einrichtungen könnten darüber schnell Hilfe anfordern und das Personal könne unbürokratisch vermittelt werden.
Für Abonnenten: Stille Reserve gesucht
Bundesweit gibt es eine Vielzahl an Initiativen, um aus dem Beruf ausgeschiedene Pflegende und andere freiwillige Helfer für den pflegerischen Einsatz in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie zu rekrutieren. Der Präsident der Pflegekammer Rheinland-Pfalz, Markus Mai, hat einige der nichtkommerziellen Anbieter unter die Lupe genommen und deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie Besonderheiten herausgearbeitet.
Gesucht werden Pflegefachpersonen, Pflegehelferinnen und -helfer, Studierende im Gesundheitsbereich, medizinisches Fachpersonal und medizinisch vorgebildete Personen.
"Die Einrichtungen sind in der jetzigen Zeit dringend auf Unterstützung angewiesen. Freiwillige Pflegepersonen können hier eine unschätzbare Hilfe leisten und dazu beitragen, dass sich das Infektionsgeschehen gerade bei alten und pflegebedürftigen Menschen, die besonders gefährdet sind, nicht weiter ausbreitet", sagte Kammerpräsidentin Patricia Drube am Dienstag.
Pflegekammer Niedersachsen will landesweite Kampagne
Die Pflegekammer Niedersachsen hat parallel die Zusammenführung einzelner Freiwilligenregister auf Landesebene und eine niedersachsenweite Kampagne gefordert, um mehr Freiwillige zu gewinnen.
"Aktuell erzielen viele Freiwilligenregister nicht den gewünschten Erfolg", so Kammerpräsidentin Nadya Klarmann. "Der Flickenteppich aus vielen einzelnen Freiwilligenregistern von Kliniken und Pflegeeinrichtungen (…) muss ein Ende haben. Die Einzelregister sollten zu einem zentralen landesweiten Freiwilligenregister zusammengeführt werden", sagte Klarmann.
Mit einer niedersachsenweiten Kampagne könnten deutlich mehr Freiwillige für einen Einsatz gewonnen werden, ist sich die Kammerpräsidentin sicher.
Über die Corona-Meldestelle der Pflegekammer Niedersachsen werden auf Anfrage Kontaktdaten von Freiwilligen an Landkreise und Gesundheitsämter herausgegeben, sodass Freiwillige wohnortnah in Kliniken und Pflegeheimen eingesetzt werden können.