Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden startet im Oktober ein Traineeprogramm für Pflegefachpersonen mit Bachelorabschluss. Zunächst sollen 13 Pflegende in einem zwölfmonatigen Programm auf neue Rollen in der klinischen Versorgung und der evidenzbasierten Pflegeentwicklung vorbereitet werden, wie das Uniklinikum Ende vergangener Woche mitgeteilt hat.
Das Programm ist Teil eines neuen Laufbahnmodells, mit dem akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen dauerhaft in den Versorgungsstrukturen des Uniklinikums etabliert werden sollen. Nach Abschluss des Traineeprogramms bleiben die Teilnehmenden in der direkten Patientenversorgung tätig und übernehmen zusätzlich Aufgaben zur Weiterentwicklung pflegerischer Prozesse.
Karrierepfad bis zur APN-Rolle
Nach Angaben des Uniklinikums bildet die Funktion „Bachelor in der Pflege“ die erste Stufe des neuen Laufbahnmodells. Die Pflegefachpersonen sollen wissenschaftliche Erkenntnisse stärker in die Versorgung einbringen und die Arbeit in den Pflegeteams fachlich unterstützen.
Perspektivisch ist eine Weiterqualifizierung zur Advanced Practice Nurse (APN) möglich. Voraussetzung dafür ist ein weiterführendes Masterstudium. APN übernehmen in vielen Einrichtungen Aufgaben in der spezialisierten Versorgung sowie in Pflegeentwicklung, Forschung und Qualitätsprojekten.
Pflegefachpersonen sollen neue Aufgaben übernehmen
Mit dem Laufbahnmodell verbindet das Uniklinikum auch den Anspruch, pflegewissenschaftliche Erkenntnisse stärker in die Versorgung einzubinden. „Das Projekt Laufbahnmodell klinische Pflege ist in den nächsten Jahren eines unserer wichtigsten Strukturentwicklungs- und Transformationsprojekte und eine feste Säule der Strategie der Pflegedirektion“, sagte die Leiterin Pflegewissenschaften und strategische Pflegeentwicklung sowie stellvertretende Pflegedirektorin, Katrin Korn-Mattern.
Zu den vorgesehenen Aufgaben akademisch qualifizierter Pflegefachpersonen gehören unter anderem die Begleitung evidenzbasierter Versorgungsprozesse sowie die Unterstützung von Pflegeentwicklung und Qualitätsverbesserung in den Kliniken.
APN begleitet Versorgungskonzepte
Wie solche Rollen in der Praxis ausgestaltet werden können, zeigt nach Angaben des Uniklinikums eine bereits etablierte APN-Stelle in der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Dort begleitet eine Advanced Practice Nurse die Evaluation eines Fast-Track-Programms für Patientinnen und Patienten nach Darm- und Leberoperationen.
„Mit den Advanced Practice Nurses etablieren wir starke Partnerinnen und Partner auf den Stationen und in den Kliniken, die die Pflegenden begleiten, beraten und unterstützen sowie Teil von interprofessionellen Teams bei komplexen pflegerischen Fragestellungen sind“, sagte Korn-Mattern.
Mit dem Start des Traineeprogramms schafft das Universitätsklinikum Dresden erstmals einen strukturierten Entwicklungspfad für Pflegefachpersonen mit Bachelorabschluss, der perspektivisch bis zur APN-Rolle führen kann. Im Frühjahr hatte der Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken Deutschlands (VPU) eine Rahmenempfehlung zur Implementierung von Advanced Practice Nursing und Midwifery (APN/APM) in deutschen Krankenhäusern veröffentlicht.