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Akademisierung

Neurointensivpflege setzt auf APN

Neurointensivpflege setzt auf Advanced Practice Nurses

Advanced Practice Nurses (APN) könnten künftig eine größere Rolle in der Neurointensivmedizin spielen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) hin. Die Fachgesellschaft sieht in akademisch qualifizierten Pflegefachpersonen Potenzial für Forschung, Versorgungsentwicklung und erweiterte pflegerische Aufgaben.

Die Diskussion fällt in eine Phase, in der das Bundesgesundheitsministerium die Einführung eines eigenständigen APN-Berufsbilds vorbereitet. Über die Pläne für ein APN-Gesetz hatte BibliomedPflege bereits im Juli berichtet.

Fachgesellschaft sieht Potenzial für neue Aufgaben

Nach Einschätzung von DGNI-Präsident Matthias Klein könnten APN künftig dazu beitragen, pflegerische und medizinische Kompetenzen stärker patientenorientiert zu organisieren.

"Die Möglichkeit für Pflegefachkräfte, sich weiter zu qualifizieren und über ein Studium zur APN eine akademische Laufbahn einzuschlagen, bedeutet auch für die neurologische Intensivmedizin große Chancen", sagte Klein.

Zugleich gewinne die pflegewissenschaftliche Forschung an Bedeutung. Pflegerische Interventionen und Abläufe könnten dadurch systematischer untersucht werden. Ob und in welchem Umfang APN künftig auch Aufgaben übernehmen, die bislang Ärztinnen und Ärzten vorbehalten sind, sei jedoch offen.

APN fordert klare Regeln für Beruf und Finanzierung

Sabrina Pelz, als APN auf einer Intensivstation des Universitätsklinikums Tübingen tätig, sieht weiterhin erheblichen Regelungsbedarf.

Aus ihrer Sicht seien insbesondere der Schutz der Berufsbezeichnung Advanced Practice Nurse sowie die Rollenprofile "Clinical Nurse Specialist" und "Nurse Practitioner" bundesweit rechtlich zu verankern. Zudem sei zu klären, wie APN-Leistungen künftig refinanziert und abgerechnet werden können.

"Die Schaffung der Rahmenbedingungen ist überall eine große Herausforderung, vor allem der Schutz der beruflichen Bezeichnung oder die Refinanzierung", sagte Pelz.

Neuromedizin wirbt um pflegerischen Nachwuchs

Parallel verweist die DGNI auf den Bedarf spezialisierter Pflegefachpersonen in der Neuromedizin. Vertreterinnen des Universitätsklinikums Freiburg betonen die Bedeutung strukturierter Praxisanleitung und fachspezifischer Einarbeitung.

Eine besondere Herausforderung sehen sie in den veränderten Rahmenbedingungen der generalistischen Pflegeausbildung. Spezialisierte Fachgebiete wie die Neuromedizin verfügten heute über weniger fachspezifische Lernzeiten als vor der Ausbildungsreform.

Um neurofachliche Kompetenzen dennoch zu vermitteln, seien gezielte Anleitung, Reflexion und strukturierte Einarbeitungsprogramme erforderlich.

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