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Positionspapier

DPR will Leiharbeit in der Pflege entgegenwirken

Leiharbeit ist für den Deutschen Pflegerat "keine nachhaltige Lösung für das Personaldilemma" in der Pflege.

Der Einsatz von Leiharbeitnehmerinnen und -nehmern in der Pflege ist nach Auffassung des Deutschen Pflegerats (DPR) "keine nachhaltige Lösung für das Personaldilemma" in der Branche. Aus diesem Grund will der DPR Leiharbeit in der Pflege überflüssig machen. In einem am Mittwoch veröffentlichten Positionspapier richtet sich der DPR mit 11 Forderungen an Politik, Kostenträger sowie Verantwortliche in Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Leiharbeit helfe nur kurzfristig, kritisiert der Pflegerat. Leiharbeitnehmerinnen und -nehmern könnten die Qualitätsanforderungen nicht im gleichen Umfang wie die Stammbelegschaft gewährleisten. Zudem seien Aufwand und Kosten für Kliniken und Pflegeeinrichtungen "enorm hoch". DPR-Präsidentin Christine Vogler sagte:

"Der enorme Anstieg der Leiharbeit ist ein Symptom für die Krise in der Pflege. Sie hat ihren Ursprung in den unzureichenden Arbeitsbedingungen und im Personalmangel, die eine Kompensation bei einem Ausfall des Stammpersonals nicht erlauben."

Weiter führten Zeitmangel, das Fehlen einer verlässlichen Dienstplanung und unattraktive Arbeitszeiten, die sowohl die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als auch die Work-Life-Balance enorm erschwerten, zu einem Anstieg der Zeitarbeit. Weitere Gründe seien das Gehalt und teilweise auch fehlende Führungskompetenzen.

Ziel: Weniger Leiharbeit, bessere Arbeitsbedingungen 

Leiharbeit in der Pflege sei nicht das Problem, sondern das Ergebnis der schlechten Arbeitsbedingungen. Ziel müsse sein, gute Arbeitsbedingungen in den Einrichtungen zu schaffen.

Die Forderungen des DPR im Einzelnen:

  1. Eine refinanzierte Personalausstattung, die anhand eines Pflegepersonalbemessungsinstruments vom Pflegebedarf der Patientinnen, Patienten und Bewohnenden abgeleitet wird.
  2. Verbesserung der Rahmenbedingungen, z. B. Umsetzung von Ausfallkonzepten.
  3. Vorhaltung von Springerpools im Umfang der Ausfallzeiten.
  4. Stärkung der Führungskompetenz, u. a. über den Ausbau der Personalbindung und -entwicklung durch akademisch ausgebildete Leitungspersonen.
  5. Eine angemessene, der beruflichen Verantwortung gerecht werdende Vergütung der Pflegefachpersonen, Hebammen und Leitungspersonen.
  6. Arbeitsentlastung durch den Ausbau der Digitalisierung.
  7. Entlastung der Pflege bzw. Pflegefachpersonen und Hebammen von pflegefremden Tätigkeiten durch refinanzierte Servicekonzepte und deren Umsetzung.
  8. Transparenz bzgl. der Qualifikation von Leiharbeitnehmerinnen und -nehmern.
  9. Transparenz über den Einsatz von Leiharbeitnehmerinnen und -nehmern gegenüber den zu pflegenden Personen und ihren Angehörigen.
  10. Offenlegung und Begrenzung der Gewinnmargen der Leiharbeitsfirmen.
  11. Verpflichtende Ausfallzahlung der Leiharbeitsfirma an den Entleihenden bei Nichteinhaltung des vertraglich festgelegten Leihumfangs nach Qualifikation, Umfang und Einsatzzeiten der Leiharbeitnehmerinnen und -nehmer.

Mehr Regeln und Transparenz nötig

Bereits Anfang November hatte der Bundesverband Pflegemanagement vor Konsequenzen und Gefahren der Zeitarbeit in der Pflege gewarnt.

Doctari-Chef Cai-Nicolas Ziegler verteidigt im Interview mit f&w sein Geschäftsmodell der Zeitarbeit, sieht aber auch die Notwendigkeit für mehr Regeln und Transparenz.

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