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Leiharbeit in der Pflege

"Zweiklassengesellschaft" in der Pflege stoppen

Das Pflegemanagement warnt vor Konsequenzen und Gefahren der Arbeitnehmerüberlassung.

Der Bundesverband Pflegemanagement hat eine "ausufernde Entwicklung der Arbeitnehmerüberlassung" in der Pflege hierzulande kritisiert. Modelle von Zeitarbeit, Leiharbeit oder Personalleasing seien nicht geeignet, den Mangel an professionell Pflegenden zu kompensieren – dieser werde damit lediglich teurer. Die daraus resultierende Diskussion um Preise, fehlende Fortbildungen und eine "Zweiklassengesellschaft" unter Pflegenden eskaliere zusehends, äußerte sich der Verband am Mittwoch besorgt.

Fehlende Prüfung und Kontrolle von Zeitarbeitsfirmen in der Pflege

Immer mehr Unternehmen mit dem Angebot der Arbeitnehmerüberlassung drängten auf den Markt ohne rechtlich, politisch oder fachlich kontrolliert zu sein. Pflegefachliche Erfahrungen und Kenntnisse im Notfallmanagement seien nicht zu überprüfen ebenso wie Fortbildungen, Aus- oder Weiterbildungsnachweise. Das sorge für einen "bedrohlichen Rückgang der Versorgungsqualität".

Ein zusätzlicher Qualitätsverlust entstehe aufgrund des ohnehin vorherrschenden Personalmangels, der eine strukturierte Einarbeitung von Pflegenden, die über Zeitarbeitsfirmen kommen, erschwere bzw. unmöglich mache.

Pflegerische Versorgungsqualität in Gefahr

Eine "aggressive Kaltakquise mit unverhältnismäßigen Angeboten in Bezug auf Vergütung, Freizeit sowie Wahlleistungen" führe zudem zu einem "enormen" Verlust festangestellten Pflegepersonals.

Für Einrichtungen der Langzeitpflege stelle der Einsatz von Leasingpersonal wirtschaftlich oft sogar das kleinere Übel dar, da trotz hoher Kosten die Kosten bei Nichtbelegung von Plätzen und der damit einhergehende Ausfall der Investitionskostenanteile unwirtschaftlicher seien.

Pflegemanagement fordert Politik zum Handeln auf

Diese "ausufernde" Entwicklung der Arbeitnehmerüberlassung hemme die Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten in der professionellen Pflege. Fehlende Gesetzeserweiterungen mit dem Ziel einer Regulierung und Steuerung der Leiharbeit in der Pflege erschwerten die Bereitschaft und Möglichkeiten des Pflegemanagements, attraktive Rahmenbedingungen für professionell Pflegende auszubauen.

Mit all seinen Konsequenzen für die professionelle Pflege müsse das Thema bundes- und landespolitisch auf die Agenda, forderte der Bundesverband Pflegemanagement. Klare Rahmenbedingungen und Grenzen für Zeitarbeitsfirmen seien zu definieren. Eine nachhaltige Entlastung des Pflegepersonals unter attraktiven Arbeitsbedingungen müsse dabei die Prämisse sein.

Bayern z. B. sieht in Springerkonzepten deutliche Vorteile gegenüber dem Einsatz von Leiharbeitspersonal

--> Vor- und Nachteile der Arbeitnehmerüberlassung aus Sicht der Intensivpflege 

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