Nachdem sich die große Mehrheit der befragten Pflegefachpersonen in Nordrhein-Westfalen (NRW) für eine Pflegekammer ausgesprochen hat, fordert nun Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den nächsten Schritt in Richtung Bundespflegekammer zu gehen.
"Pflege braucht eine gute Interessenvertretung. Kammern können dafür eine Lösung sein", sagte Spahn der Düsseldorfer Rheinischen Post von Donnerstag. Aber die müsse – wie jetzt in NRW – auch von Pflegenden getragen werden. "Nur mit diesem Rückhalt ist eine Interessenvertretung schlagkräftig – auch auf Bundesebene", betonte Spahn.
Deutlicher wurde der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus: "Ich hoffe sehr, dass die Gründung einer Pflegekammer nun auch in Nordrhein-Westfalen die letzten Dämme für eine Bundespflegekammer bricht." Er könne die Pflegeverbände nur dazu aufrufen, die ihnen angebotene Verantwortung wahrzunehmen und analog der Bundesärztekammer eine eigene legitimierte Institution zu schaffen, die Ansprechpartner für die Politik ist, aber auch das Zusammengehörigkeitsgefühl aller in Deutschland tätigen Pflegenden zur Aufgabe habe. "Nur so werden die Pflegefachkräfte in Deutschland ihre Interessen effektiv vertreten können", sagte Westerfellhaus der Zeitung.
Die Linke: "Augenwischereien und Ablenkungsmanöver"
Die Sprecherin für Pflegepolitik der Bundestagsfraktion der Linken, Pia Zimmermann, nannte Spahns Äußerungen allerdings "Augenwischereien und Ablenkungsmanöver" – nötig seien ein besserer Personalschlüssel, gute Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen.
Auch die Pflegekammerpräsidentin von Niedersachsen, Sandra Mehmecke, verdeutlicht im Interview mit Die Schwester Der Pfleger, warum eine Bundespflegekammer wichtig ist.