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Personaluntergrenzen

DGF: "Schlag ins Gesicht jeder Intensivpflegekraft"

Die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF) sieht in den gesenkten Personalvorgaben für die Intensivpflege eine "Bankrotterklärung der Politik". Die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der vergangenen Woche sei "ein Schlag ins Gesicht jeder Intensivpflegekraft".

Die angestrebte Personal-Patienten-Relation sei keine Verbesserung des jetzigen Status auf deutschen Intensivstationen, sondern gefährde die Patientensicherheit. "Wenn es zu einem beklagenswerten Schaden bei einem zu versorgenden Patienten käme, insbesondere weil in der Nacht zu wenig Personal vorgehalten wird, kann man juristisch betrachtet mindestens von einem grob fahrlässig, wenn nicht sogar von einem vorsätzlich herbeigeführten Schaden sprechen", heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Gesellschaft.

Intensivpflegende enttäuscht

"Sollte nicht mit der Einführung von Personaluntergrenzen ein positives Zeichen zur Reduzierung der Arbeitsbelastung der Pflegenden und zur Attraktivitätssteigerung des Berufes gesetzt werden?" so der DGF-Vorsitzende Lothar Ullrich. "Die Enttäuschung in den Reihen unserer Kolleginnen und Kollegen ist riesig und die Konsequenzen lassen sich nur erahnen."

Seine Befürchtung ist, dass diese Personaluntergrenzen als Standard auf allen Intensivstationen in Deutschland umgesetzt werden – egal, auf welcher Intensivstation. Ähnlich wie der Deutsche Pflegerat, forderte die DGF deshalb ein Messinstrument, um den tatsächlichen Pflegebedarf auf den Stationen zu erfassen und "endlich eine adäquate Pflegepersonalbesetzung in allen Abteilungen zu gewährleisten".

Ab Anfang kommenden Jahres soll in der Tagschicht von Intensivstationen eine Pflegefachperson höchstens 2,5 Patienten betreuen, in der Nacht dürfen es maximal 3,5 Patienten sein.

Scharfe Kritik kam dazu bereits in der vergangenen Woche vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe.

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