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Personaluntergrenzen

Spahn senkt Vorgaben für Intensivmedizin ab

Die Personalvorgaben für die Intensivmedizin in Krankenhäusern werden etwas weniger streng sein als ursprünglich geplant. Ab Anfang kommenden Jahres soll in der Tagschicht von Intensivstationen eine Pflegefachperson höchstens 2,5 Patienten betreuen, in der Nacht dürfen es maximal 3,5 Patienten sein. Das sieht die Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums zu Personalvorgaben in pflegesensitiven Bereichen vor, die voraussichtlich im Laufe dieser Woche in Kraft treten wird.

Im ursprünglichen Entwurf für die Verordnung war ein Verhältnis von 2 zu 1 beziehungsweise 3 zu 1 vorgesehen.

Geringfügig hat sich auch die Vorgabe für die Kardiologie geändert. Hier dürfen es nun 12 statt 11 Patienten pro Pflegefachperson während der Tagesschicht sein. Für die Nachtschicht bleibt es bei einem Verhältnis von 24 zu 1.

Regelungen für Geriatrie werden strenger

Strenger als anfangs geplant fallen hingegen die Vorgaben für die Geriatrie aus. In der Nachschicht gilt nun ein Maximum von 20 Patienten pro Pflegefachperson, in der Tagschicht bleibt es bei einem Verhältnis von 10 zu 1.

Für die Unfallchirurgie sind weiterhin ein Verhältnis von 10 zu 1 am Tag und 20 zu 1 in der Nacht vorgesehen. Eigene Personaluntergrenzen für Wochenenden und Feiertage wird es nicht mehr geben.

Die Kliniken müssen ab kommendem Jahr einmal je Quartal die Anzahl der Schichten mitteilen, in denen die Personaluntergrenzen nicht eingehalten worden sind. Die Selbstverwaltung muss sich nun in den kommenden Wochen darauf einigen, wie Sanktionen aussehen sollen, falls eine Klinik Untergrenzen nicht einhält.

Scharfe Kritik vom DBfK

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) hat die Änderungen zu den Pflegepersonaluntergrenzen am Montag scharf kritisiert. "Das Ministerium ist offenbar vor dem Widerstand der Krankenhausträger eingeknickt – und weicht die geplanten Vorgaben gleich an mehreren Stellen auf", sagte DBfK-Präsidentin Christel Bienstein. Ausgerechnet für Intensivstationen werde eine lange Übergangszeit und "für Geschäftsführer bequeme Nurse-Patient-Quoten" zugelassen.

Bienstein kritisierte zudem die "schlankeren Regelungen" beim Nachweis. Schichtbezogene und zeitnahe Nachweise fielen weg, obwohl nur sie für echte Sicherheit sorgen würden. "Was nützen dem Patienten Durchschnittswerte einer Personalquote, wenn er in seiner akuten Situation eben jetzt die kompetente Pflegefachperson ganz dringend gebraucht hätte?", so Bienstein. 

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