CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel wollte mit einem Twitter-Post Pflegende dazu motivieren, positive Geschichten aus ihrem Job zu teilen, um so Werbung für den Pflegeberuf und den dringend benötigten Nachwuchs zu machen.
#Deal: Politik handelt konsequent und #Pflegende fangen an, gut über die #Pflege zu reden. Dann kommen viele wieder in die Pflege zurück und es beginnen #gutezeitenfürgutepflege
— Erwin Rüddel (@Erwin_Rueddel) 3. Februar 2018
Die Aktion ging allerdings gründlich daneben. Für viele Pflegende ist Rüddels Aufruf ein Affront, denn ihr Alltag sei alles andere als empfehlenswert, posten sie unter dem Hashtag #twitternwierueddel. In ihren Kommentaren schildern sie die vorherrschenden Missstände in ihrem Berufsstand und stellen sich so offen gegen den Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses im Bundestag.
Dass sich dringend an den Rahmenbedingungen in der Pflege etwas ändern muss, steht nicht mehr infrage. Die Absichten der Großen Koalition in Sachen Pflege bezeichnete allerdings der Deutsche Pflegerat erst in der vergangenen Woche als "absolut unzureichend".