Unter dem Motto „Gemeinsam stark für mehr Personal in der Altenpflege“ hat die Gewerkschaft Verdi am Buß- und Bettag zu bundesweiten Aktionen in Betrieben und Einrichtungen aufgerufen. Unabhängig davon, wer nun die neue Regierung stelle, müssten schnelle Lösungen gegen die Personalnot in der ambulanten und stationären Pflege her, betonte Verdi am Mittwoch in Berlin.
Als Sofortmaßnahme forderte Verdi-Bundesvorstand Sylvia Bühler in stationären Einrichtungen einen Personalschlüssel von eins zu zwei: Rechnerisch müsse auf zwei Bewohner mindestens eine Altenpflegekraft kommen. Nachts dürfe in keinem Wohnbereich mehr allein gearbeitet werden.
"Nur eine verbindliche, bundesweit einheitliche gesetzliche Personalbemessung garantiert eine gute Versorgung und gesunde Arbeitsbedingungen", so Bühler. Bislang gebe es in den Bundesländern jedoch einen "Flickenteppich" unterschiedlicher Regelungen, die noch dazu oft nicht eingehalten würden.
Verdi forderte außerdem, den bestehenden Pflegevorsorgefonds in einen "Pflegepersonalfonds" umzuwidmen. Mit den jährlich mehr als 1,2 Milliarden Euro könnten zusätzlich 40.000 tarifvertraglich vergütete Vollzeitstellen mit Pflegefachkräften besetzt werden.
Die Forderung privater Pflegeunternehmen, die Fachkraftquote in der Altenpflege abzusenken, gleiche einer Bankrotterklärung.
Erst am Dienstag hatte auch der Präsident der rheinland-pfälzischen Pflegekammer, Markus Mai, appelliert, dass ein Sofortprogramm für die Pflege dringend angegangen werden müsse.