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Pflegekammer Brandenburg

Mehrheit stimmt für Selbstverwaltung

Die Mehrheit der Pflegefachpersonen in Brandenburg hat sich für die Errichtung einer Pflegekammer ausgesprochen. 56 % stimmten in einer vom Gesundheitsministerium initiierten repräsentativen Befragung für eine solche Institution, wie das Ministerium am Donnerstag mitteilte.

In den kommenden Monaten will das Ministerium nun die Ergebnisse analysieren, mit den Akteuren im Land besprechen und anschließend Empfehlungen formulieren, mit denen sich dann der Landtag befassen wird. Der Abschlussbericht soll Mitte Februar 2019 erscheinen.

"Wir müssen uns die Ergebnisse sorgfältig anschauen, denn sie sind in Teilen widersprüchlich", sagte die Gesundheitsministerin im Land, Susanna Karawanskij (Linke). In der Befragung sei zum Beispiel deutlich geworden, dass sich viele Pflegende – auch solche mit kleinem Einkommen – die Einrichtung einer Pflegekammer etwas kosten lassen würden. Gleichzeitig spreche sich einen Mehrheit von 53 % aber gegen den Pflichtbeitrag aus. "Wir werden uns hiermit und mit den übrigen Bedenken und Argumenten auseinandersetzen, bevor wir unsere Empfehlungen formulieren."

Pflegende wollen mit einer Stimme sprechen

Den bisherigen Auswertungen nach habe sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Pflege und im Krankenhaus eine deutliche Mehrheit der Beschäftigten eine Pflegekammer befürwortet. Sie erwarteten von dieser, dass sie die Interessen einer sehr unterschiedlichen Berufsgruppe vereinen und mit einer Stimme gegenüber Politik und Arbeitgebern sprechen wird. Auch die finanzielle und organisatorische Unabhängigkeit der Kammer sei den meisten Befürwortern sehr wichtig. Sie erhofften sich aber auch eine bessere Qualität in der Pflege und die Weiterentwicklung des Berufsbilds.

Die Gegner einer Kammer argumentierten, dass diese keine Mitsprache bei der Entlohnung und bei Personalmangel habe. Sie befürchteten einen "organisatorischen Wasserkopf ohne Wirksamkeit im Pflegealltag". An 3. Stelle nennen sie als weiteres Gegenargument die finanzielle Belastung der Mitglieder.

In Brandenburg arbeiten derzeit nach Angaben des Ministeriums rund 54.000 Beschäftigte und Auszubildende in der Pflege.

Für die Befragung wurden knapp 1.700 Pflegefachkräfte telefonisch und in einer Online-Befragung interviewt. Vorab wurden 17.000 Flyer verschickt. Und landesweit fanden 14 Dialogveranstaltungen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen statt, in denen insgesamt 600 Teilnehmer miteinander diskutiert haben.

In insgesamt 11 Bundesländern sind bisher Befragungen zu einer Pflegekammer erfolgt. In Hamburg und Hessen votierten die Befragten mehrheitlich gegen die Errichtung einer solchen Körperschaft.

Pflegekammern gibt es bereits in Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. In Baden-Württemberg hat sich im Sommer eine deutliche Mehrheit der Pflegenden für eine solche Institution ausgesprochen. In Nordrhein-Westfalen wird eine entsprechende Befragung noch ausgewertet.

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