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Pflegestreiks: UKGM ruft zum Boykott auf

Für diese Woche Dienstag und Mittwoch hat die Gewerkschaft Verdi Streiks am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) angekündigt. Aufsichtsratsvorsitzender Stephan Holzinger stellte dazu am Sonntag klar: "Ich appelliere an alle Mitarbeiter, diesen inakzeptablen und unverantwortlichen Streikaufruf ins Leere laufen zu lassen." Die Klinikleitung wisse genau, an welchen Punkten Verbesserungen der Situation erreicht werden müssten. Darüber habe es bisher konstruktive Gespräche und "sehr konkrete Maßnahmen" gegeben. "Was wir jetzt erleben sind augenscheinlich von völlig realitätsfremden Gewerkschaftsfunktionären angeordnete willkürliche Maßnahmen, die großen Schaden anrichten", sagte Holzinger, der gleichzeitig Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG ist, weiter. "Machen Sie sich nicht zu Marionetten von Verdi-Gewerkschaftsfunktionären, die von ihren gut abgesicherten Berliner Schreibtischen heraus großen Schaden anrichten, den alle Betroffenen vor Ort ausbaden werden", so Holzingers Aufruf. 

Am Samstag hatte Verdi einen Stellenaufbau von 800 Pflegestellen am UKGM gefordert. Der gesamte von Verdi aktuell geforderte Stellenaufbau in Gießen und Marburg würde zu einer jährlichen Sonderbelastung in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro für die beiden Unikliniken führen. Das sei in keiner Weise wirtschaftlich tragbar, heißt es in einer Stellungnahme des UKGM. 

Gleichwohl rufe die Geschäftsführung des UKGM Verdi dazu auf, sich gemeinsam für bundesweite Personalmindeststandards einzusetzen. Denn diese sind Anlass des aktuellen Streikvorhabens. "Wir unterstützen die Initiative der Bundesregierung für einen allgemeinen Standard, lehnen aber Sonderregelungen nur für unser UKGM eindeutig ab", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung Gunther Weiß.
Am Dienstag und Mittwoch sollen laut Verdi Klinikbeschäftigte in insgesamt vier Bundesländern für einen Tarifvertrag Entlastung streiken. Erstmals schließen sich am Mittwoch auch Beschäftigte eines katholischen Krankenhauses den Streikenden an: Mitarbeiter der katholischen Marienhausklinik Ottweiler (Saarland). 

Bereits im September hatte Verdi damit begonnen, mit Streiks und Aktionen verteilt im Bundesgebiet auf den dramatischen Personalmangel in Krankenhäusern hinzuweisen und mit Verlängerung der Aktionen gedroht.

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