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Tarifstreit

Streiks an Unikliniken in NRW und beim DRK Berlin

In NRW und Berlin haben Beschäftigte an Kliniken die Arbeit niedergelegt, um in den Tarifverhandlungen Druck zu machen.

In zwei Bundesländern kommt es derzeit zu Arbeitsniederlegungen an Kliniken, mit denen Verdi sowohl den Druck in den Tarifverhandlungen erhöhen als auch auf die Situation der Beschäftigten aufmerksam machen möchte.

Warnstreiks an vier NRW‑Unikliniken

In Nordrhein-Westfalen haben an vier Universitätskliniken Warnstreiks begonnen, die den normalen Krankenhausbetrieb deutlich einschränken dürften. Einem Verdi-Sprecher zufolge hätten am Universitätsklinikum Düsseldorf am Vormittag 350 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. An den Universitätskliniken Essen, Bonn und Köln begannen ebenfalls Warnstreiks. 

Nach Schätzung von Verdi mussten viele geplante Operationen abgesagt werden. Die Streikbereitschaft sei groß, hieß es von der Gewerkschaft. Im Frühdienst der Kölner Klinik legten zunächst circa 200 Mitarbeitende die Arbeit nieder.

In Bonn waren es zunächst 35, im Laufe des Tages sollte diese Zahl inklusive Spätdienst und Nachtdienst auf bis zu 150 steigen. Für Essen vermeldete Verdi 190 Warnstreikende im Frühdienst.

Es geht um Pflegepersonal, Mitarbeitende im Labor, in der Verwaltung und im Service sowie andere Beschäftigte. Um Ärztinnen und Ärzte geht es nicht, da deren Bezahlung über einen Tarifvertrag der Ärztegewerkschaft Marburger Bund geregelt ist.

Notdienstvereinbarung steht

Dringliche Fälle werden trotz des Warnstreiks versorgt, dies regelt eine Notdienstvereinbarung. Daher konnten auch nicht alle streikbereiten Mitarbeitende in den Arbeitsausstand treten.

Die konkreten Folgen des Warnstreiks für den Uniklinikbetrieb waren zunächst unklar. In Köln waren laut Verdi nur ein Drittel der OP-Säle besetzt. Theoretisch könnte die Zahl der Operationen also um zwei Drittel sinken. Tatsächlich werde die Zahl aber wohl nur etwa um die Hälfte sinken, schätzte der Kölner Verdi-Sprecher.

Verhandlungsrunde in Potsdam

Mit den Warnstreiks möchte Verdi in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder den Druck erhöhen. Die zweite Verhandlungsrunde ist am 15. und 16. Januar in Potsdam angesetzt. Für die 925.000 Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder fordert Verdi sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich zur Stärkung der unteren Lohngruppen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) lehnte dies bisher als unbezahlbar ab. 

Der Bonner Verdi-Sprecher äußerte Kritik Haltung der Arbeitgeber: „Die Beschäftigten haben kein Verständnis, dass arbeitgeberseitig noch kein Tarifangebot vorgelegt wurde.“

Streik an DRK Kliniken in Berlin

Auch an den Kliniken des Deutschen Rotes Kreuzes (DRK) in Berlin sind am Morgen Teile des Pflegepersonals und andere Beschäftigte in einen Streik getreten. Der Streikaufruf der Gewerkschaft Verdi für Dienstag und Mittwoch richtete sich an das gesamte Personal außer den Ärztinnen und Ärzten, insgesamt rund 2.500 Beschäftigte, darunter auch Mitarbeitende in den Therapieberufen und im Handwerk. Verdi fordert Gehaltserhöhungen von fünf Prozent im Jahr 2026 und weitere fünf Prozent im Jahr 2027.

Streit über Notdienstregelung beim DRK

Die Kliniken des DRK reichten gegen den Streik eine einstweilige Verfügung beim Arbeitsgericht ein, über die später am Tag verhandelt werden soll. Aus Sicht des Unternehmens gefährdet die von Verdi vorgeschlagene Notdienstvereinbarung die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Sie beschränke sich im Wesentlichen auf die Behandlung von lebensbedrohlichen Notfällen, so die Kritik. 

Verdi betonte hingegen, mit derselben Notdienstverordnung sei schon vor zwei Jahren gestreikt worden und es habe keine Probleme gegeben. Alle planbaren und ambulanten Fälle müssten aus Sicht von Verdi ausfallen und verschoben werden. Dringende Notfälle würden versorgt.

Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und den DRK Kliniken laufen seit Juli 2025, Ende Dezember 2025 endete die Friedenspflicht.
 

dpa, Bibliomed

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