Am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) ruft die Gewerkschaft Verdi zu einem zweitägigen Warnstreik für Dienstag und Mittwoch diese Woche auf. Die Aktion folgt auf den Verhandlungsauftakt für die rund 8.000 nicht‑ärztlichen Beschäftigten Ende Februar.
Warnstreik wegen unzureichendem Arbeitgeberangebot
Verdi begründet den Aufruf mit dem bisherigen Angebot der Klinikgeschäftsführung. "Wir wollen Druck für eine gute Lohnerhöhung machen. Das bisherige Angebot des Arbeitgebers reicht nicht aus, um die für eine gute Gesundheitsversorgung benötigten Beschäftigten am UKGM zu halten", sagte Gewerkschaftssekretär Fabian Dzewas‑Rehm.
In der ersten Runde hatte das UKGM ein Plus von 5,8 Prozent über 29 Monate angeboten. Laut Verdi müssten Beschäftigte dabei bis Mai 2026 auf eine erste Erhöhung von 2,9 Prozent warten. "Dies spiegelt in keiner Weise die Bedeutung der Arbeit im Krankenhaus wider", so Dzewas‑Rehm.
Die Gewerkschaft fordert weiterhin eine Lohnerhöhung von zwölf Prozent, mindestens aber 400 Euro, sowie höhere Zulagen für Schicht‑ und Belastungsdienste.
Auswirkungen auf den Klinikbetrieb
Nach Angaben der Gewerkschaft werden infolge des Warnstreiks aufschiebbare Operationen und Behandlungen ausfallen. Eine Notdienstvereinbarung soll sicherstellen, dass Notfälle und stationäre Patientinnen und Patienten weiterhin versorgt werden.
Parallel zum Warnstreik findet in Marburg am Dienstag eine gemeinsame Demonstration mit ebenfalls streikenden Landesbeschäftigten statt.
Fortsetzung der Tarifverhandlungen am Mittwoch
Am Mittwoch sollen nach einer Kundgebung die Verhandlungen fortgesetzt werden.
Die Tarifauseinandersetzungen am UKGM sind seit Jahren von längeren Konflikten geprägt. Ob es erneut zu Arbeitskampfmaßnahmen kommt, macht Verdi vom weiteren Verlauf der Gespräche abhängig.