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DBfK wirft DKG Zynismus vor

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und die Gewerkschaft Verdi machen die Krankenhäuser für die Missstände in der Pflege verantwortlich. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hatte am Dienstag zwar auf bundesweit mehr als 3.000 offene Stellen in der Intensivpflege hingewiesen. Gleichzeitig aber die Versorgung von Intensivpatienten als "objektiv gut" bezeichnet. Die DKG müsse die eigene verfehlte Prioritätensetzung korrigieren, kritisierte deshalb der DBfK am Dienstag in Berlin. "An der Fluktuation und einer Vielzahl unbesetzter Pflegestellen lässt sich inzwischen ablesen, dass Pflegefachpersonen nicht länger bereit sind, sich unter Wert zu verkaufen und miserable Bedingungen hinzunehmen", sagte DBfK-Sprecherin Johanna Knüppel. Über Jahre sei ignoriert worden, dass Patienten nicht nur Ärzte und Technik, sondern vor allem kompetente Pflege benötigten. Jetzt darauf zu verweisen, dass seit 2008 die Personalzahlen der Pflege wieder angestiegen seien und man also alles getan habe, um beruflich Pflegenden gute Bedingungen zu bieten, klinge zynisch.

Die Zahl der Klinikärzte ist nach Darstellung des Pflegverbands überproportional gestiegen, was weitere Arbeit für Pflegende bedeute. Ärztliche Routineaufgaben würden in großem Umfang an die Pflege übertragen – ohne adäquate Entlastung der Pflegenden. Zahl und Dauer berufsbedingter Erkrankungen steige bei Pflegepersonal. Der Bundestag habe ein Gesetz verabschiedet, das für verpflichtende Personaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen sorgen solle. Die DKG betrachte dies als Gängelung und nicht umsetzbar, weil es an der Finanzierung und am Bewerberangebot fehle.

Auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sieht dringenden Handlungsbedarf für die Intensivpflege. "Nichts ist gut in der Intensivpflege“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. Beschäftigte ließen sich nicht mehr mit homöopathischen Dosen abspeisen. Zu lange und zu oft die Empathie und das Engagement der Pflegenden von den Arbeitgebern ausgenutzt worden. Die zunehmende Zahl offener Stellen sei hausgemacht. Die DKG solle nun endlich Nägel mit Köpfen machen und Vorgaben für verbindliche Personaluntergrenzen machen. (MIL)

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