Die neu gewählte Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), Vera Lux, hat angesichts der Fachkraftsituation in der professionellen Pflege die Frage nach neuen Konzepten für die künftige Pflege und integrierte Versorgung aufgeworfen.
Deutschland befinde sich "in einer Umbruchsituation mit riesigen Herausforderungen", sagte Vera Lux am Dienstag in Berlin. Das betreffe auch das Gesundheitswesen. Der DBfK als größter Berufsverband müsse "die Interessen der Pflege vertreten, wenn die Weichen neu gestellt werden". Sie wolle sich dafür stark machen, dass der Nutzen von Investitionen in die Pflege für eine bessere Versorgung erkannt werde, so Lux.
Grundlegende Strukturreformen im Gesundheitswesen nötig
Schon lange fordere der DBfK grundlegende Strukturreformen im Gesundheitswesen. Das angekündigte Pflegekompetenzgesetz sei eine erste wichtige Weichenstellung, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern und den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten. "Wir brauchen für ein zukunftsfähiges Gesundheitswesen eine Ausweitung der Kompetenzen von Pflegefachpersonen und klare Rollenprofile für die unterschiedlichen Qualifikationen in der Pflege", sagte Lux.
Wegen des demografischen Wandels werde es darauf ankommen, Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich hinauszuzögern und pflegende Angehörige professionell zu begleiten, um sie vor Überlastung zu schützen. Insbesondere akademisch ausgebildete Kolleginnen und Kollegen könnten genau das leisten: Prävention, Gesundheitsförderung, Schulung, Beratung und Anleitung. Dieses Potenzial sei zwingend zu heben.
Werde die Pflege mit mehr Kompetenzen und Befugnissen ausgestattet, könne sie mehr Verantwortung übernehmen, so die DBfK-Präsidentin weiter. Neue Versorgungsstrukturen in der ambulanten Versorgung, Gesundheitszentren Level-1i-Krankenhäuser, Übergangspflege im Krankenhaus oder Community Health Nursing böten künftig "vielfältige Einsatzfelder und damit auch neue Chancen, den Pflegeberuf für die nächste Generation wieder attraktiver zu machen".