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Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung

Vakante Stelle ein Reizthema für die Pflege

Pflegeverbände fordern Pflegeexpertise für die Position der oder des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung.

Nach der Entlassung von Andreas Westerfellhaus ist die Nachfolge auf dem Posten der oder des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung aktuell offen. Laut Pflegeverbänden ist eine ausgewiesene Fachexpertise unverzichtbar.
Die "notwendige wichtige Kontinuität in der Fachlichkeit und Kenntnis des Amtes" müsse bei der kommenden Besetzung der Stelle berücksichtigt werden. Diese solle ferner "zukunftsorientiert und visionär – aber zugleich auch umsetzungsorientiert gesichert" sein, sagte die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, am Freitag in Berlin.

Zu den Aufgaben der bzw. des Pflegebevollmächtigten gehörten die Bewältigung des Pflegepersonalmangels, die Schaffung einer fairen Vergütung und guter Arbeitsbedingungen sowie der Ausgleich zwischen Work-Life-Balance und ungünstigen Arbeitszeiten, die Bewältigung der Digitalisierung, die Schaffung von mehr Kompetenzen, die Förderung der Akademisierung und die Reform der Pflegeversicherung. Dazu Vogler:

"Bei all diesen und vielen weiteren Aufgaben muss sichergestellt sein, dass eine gute Repräsentanz von allen pflegerischen Bereichen durch die neue Pflegebevollmächtigte, den neuen Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung sichergestellt ist. Die beruflich Pflegenden haben ein Recht darauf, umsetzbare politische Lösungen im Alltag zu erfahren, auf die sie vertrauen können."

Die Vizepräsidentin der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, Andrea Bergsträßer, kritisiert die Abberufung Westerfellhaus‘ ohne direkte Nachfolge. In einer Pressemitteilung der Kammer vom Freitag sagte sie:

"Es kann nicht auf der einen Seite mehr Mitspracherecht versprochen werden und auf der anderen bleibt eine solch wichtige Position während einer Pandemie vakant. Dass sich eine solche Nachricht über ein Berufsportal wie LinkedIn verbreitet, ist mehr als fragwürdig. Auch die Tatsache, dass auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums nicht über diesen Schritt informiert wurde, betrachten wir mit Missgunst."

Die Pandemie zeige deutlich, dass "eine ausgewiesene Pflegeexpertise in der Bundesregierung und den Krisenstäben" nötig sei. Die Politik habe nun die Chance, diese Weichen zu stellen:

"Derzeit fehlt zumindest ein wichtiger Ansprechpartner für pflegerelevante Themen in der Bundesregierung. Die Stelle des Pflegebevollmächtigten hat eben auch eine gewisse Symbolkraft, die nicht unterschätzt werden darf."

Auch der Bundesverband Pflegemanagement äußerte sich besorgt. In einer Presseaussendung an diesem Montag sagte dessen Vorstandsvorsitzender Peter Bechtel, es sei zu hoffen, dass die Stelle der oder des Pflegebevollmächtigten mit der gleichen Fachkompetenz, wie Westerfellhaus sie in das Amt eingebracht hatte, aus den Reihen der beruflich Pflegenden schnellstmöglich nachbesetzt wird.

"Diese Kompetenz innerhalb der Bundesregierung auch weiterhin so verankert zu wissen, ist das Mindeste, was wir von unserem neuen Bundesgesundheitsminister in Zeiten der Pandemie erwarten dürfen."

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