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Studie aus der Schweiz

Was APN in einer Hausarztpraxis tun

Eine Studie zeigt, welche Tätigkeiten APN in Schweizer Hausarztpraxen ausführen – von Anamnese über klinische Einschätzung bis zu komplexer Koordination.

Ein pflegewissenschaftliches Forschungsteam der Berner Fachhochschule hat in einer Time-and-Motion-Studie erstmals detailliert erhoben, welche Tätigkeiten Advanced Practice Nurses (APN) in hausärztlichen Praxen tatsächlich übernehmen. Die Daten stammen aus einer Untersuchung an sechs deutschschweizer Praxen mit zwölf APN. 

Hoher Anteil direkter klinischer Arbeit

APN verbringen demnach rund 45 Prozent ihrer Arbeitszeit im direkten Kontakt mit Patientinnen und Patienten. Besonders häufig führten sie Anamnesen durch (19 %) und nahmen klinische Einschätzungen vor (12 %). Für die körperlichen Untersuchungen benötigten sie zwischen zwei und drei Minuten, bei psychisch erkrankten Personen im Schnitt mehr als zehn Minuten. Gespräche zum Advanced Care Planning dauerten ebenfalls länger. Zudem ordneten APN Labor- und Röntgenuntersuchungen an, passten Medikamentenlisten an und legten Behandlungspläne fest. Sie sorgten dafür, dass Betroffene die besprochenen Maßnahmen verstanden – häufig mithilfe von Informationsmaterial. 

Indirekte Tätigkeiten prägen den Alltag

Etwa ein Drittel der Arbeitszeit entfällt laut Studie auf indirekte Tätigkeiten. Dazu zählen die Vorbereitung von Konsultationen, das Einlesen in Fallakten, Dokumentation, Berichtswesen sowie Absprachen mit Hausärztinnen und Hausärzten. Auch interprofessionelle Zusammenarbeit, evidenzbasierte Praxis oder die Organisation komplexer Versorgungssituationen sind Teil der Arbeit. APN besuchten zudem Pflegeheime und führten Hausbesuche durch. Die durchschnittliche Wegzeit betrug 11,40 Minuten. 

Zentrale Rolle in Prävention und Selbstmanagement

Die Studie hebt hervor, dass APN regelmäßig zu Gesundheitsförderung, Prävention und Selbstmanagement beraten und Angehörige einbeziehen. Diese Tätigkeiten unterschieden sie deutlich von anderen Berufsgruppen und gälten als wichtiger Beitrag zur Versorgung chronisch Erkrankter. "Ohne indirekte Leistungen könnten Behandlungen ungenügend sein und zu Fehl-, Über- oder Unterversorgung führen. Regulatorische und rechtliche Unklarheiten sollten rasch behoben werden, um die ambulante Grundversorgung zu stärken", heißt es in der Studie.

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