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Bundestagspetition

Stern startet Aktion für eine Pflege in Würde

Der "Stern" macht sich für eine bessere Pflege stark und bekommt Unterstützung von führenden Pflegeverbänden und Prominenten.

An diesem Donnerstag startet das Wochenmagazin "Stern" die Bundestagspetition "Gesundheitsreform für eine bessere Pflege zum Schutz der Pflegebedürftigen". In den nächsten 4 Wochen müssen mind. 50.000 Stimmen zusammenkommen, damit das Anliegen im Bundestag diskutiert werden kann.

Für den Stern ist es die erste Bundestagspetition seiner 73-jährigen Bestehungsgeschichte.

Stern-Aktionshomepage für mehr Geld, Zeit und Menschlichkeit in der Pflege

Parallel zur Petition hat der "Stern" eine Aktionshomepage gestartet und berichtet in einer 4-teiligen Reihe im Printmagazin über den Zustand der Pflege in Deutschland

Unter dem Titel "Mensch vor Profit: Für eine Pflege in Würde" fordert der Stern in der Petition "endlich bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte".

Dazu gehören:

1. Mehr Zeit für Patientinnen und Patienten

  • verlässliche Arbeitszeiten
  • Entlastung von Bürokratie
  • Personalschlüssel nach echtem Bedarf
  • sofortiges Handeln bei Unterbesetzung

2. Aufwertung des Berufsbilds

  • höhere Gehälter, Zulagen und Entlohnung von Weiterqualifizierung
  • mehr Entscheidungsmöglichkeiten an Patientinnen und Patienten
  • bessere Karrierechancen

3. Reform

  • Konsequente Abkehr von Profitdenken und ökonomischen Fehlanreizen durch eine Gesundheitsreform.

Ausnahmezustand für Pflegende Normalität

Die Pflegepetition ist ein Nachfolgeprojekt zum "Ärzte-Appell" von 2019, mit dem sich der Stern gegen die Ökonomie im Krankenhaussystem richtete und große Resonanz erzielte: Aus den anfangs 16 Organisationen sowie 200 Ärztinnen und Ärzten wurden schließlich 75 Organisationen und mehr als 2.800 mitzeichnende Personen.

Mit der Pflegepetition will der Stern eigenen Angaben zufolge nun noch einen Schritt weitergehen, um in die politische Debatte einzusteigen.

"Flickschusterei" beenden

Denn der Ausnahmestand sei für Pflegende Normalität – seit 2 Jahrzehnten. Die Politik finde keine wirksamen Gegenmaßnahmen, sondern versuche, ein Gesundheitssystem zu reparieren, dessen Schwächen längst bekannt seien. Die Flickschusterei müsse beendet, dem Klatschen vom Balkon müssten Taten folgen, heißt es zur Begründung der Petition.

In den Krankenhäusern müssten Pflegende immer mehr Patientinnen und Patienten in immer kürzerer Zeit "durchschleusen". Schuld seien der hohe ökonomische Druck und das Abrechnungssystem nach Fallpauschalen. Mehr "Fälle" bedeuteten mehr Geld. Hauptsache, die Stationen seien voll – egal, ob gute Pflege möglich sei.

"Unser Umgang mit dem Thema Pflege entscheidet darüber, wie menschlich unsere Gesellschaft im 21. Jahrhundert bleibt. Es geht um unsere Eltern, Großeltern, Kinder, um unsere Zukunft", so der Stern.

Einen Diskurs darüber hält der Vorstandsvorsitzende des Bochumer Bunds, Benjamin Jäger, für essenziell.

"Wir befinden uns seit fast einem Jahr in einer außergewöhnlichen Lage mit einer außergewöhnlichen Belastung für unser Gesundheitssystem. Die in den vergangenen Monaten aufgekommenen Fragen und Probleme zeigen die Notwendigkeit eines neuen Dialogs über die Funktionalität und die Prioritäten in diesem System“, so Jäger gegenüber BibliomedPflege.  

Bochumer Bund fordert neuen Dialog über Zukunft des Pflegesystems

Als Gewerkschaft für beruflich Pflegende bekomme der Bochumer Bund unmittelbar die Arbeitsbelastung von Pflegenden mit. Nicht zuletzt deshalb unterstütze die Gewerkschaft die Stern-Petition.

"Auch erleben wir ein zu langsames Voranschreiten von Veränderungen. Trotz der Pandemie und der offensichtlichen Bedeutung von Pflegefachpersonen für unser Gesundheitssystem erweisen sich Bemühungen um eine flexible und patientenorientierte Besetzung sowie eine angemessene Entlohnung als hartes Ringen mit wenig Erfolg."

Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR) und Bundesgeschäftsführer des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), ergänzt gegenüber BibliomedPflege:

"Die Sicherung der pflegerischen Versorgung muss ein Anliegen der gesamten Bevölkerung sein."

Sowohl DPR als auch DBfK unterstützen ebenfalls die Stern-Petition.

Breitenwirkung der Stern-Aktion 

"Ich bin davon überzeugt, dass ein Aufruf einer großen Publikumszeitschrift wie dem Stern eine Breitenwirkung entfalten wird, die weit über das hinaus geht, was wir innerhalb der Berufsgruppe mobilisieren können", ist sich Wagner sicher und zeigt sich zuversichtlich, dass die erforderliche Stimmenzahl in der vorgegebenen Zeit zu erreichen ist.

"Ich hoffe sehr, dass das politische Handeln damit beeinflusst wird."

Zwar sei in der ablaufenden Legislaturperiode mehr bewegt worden als in vorhergehenden Regierungen. Dennoch sei das immer noch "zu zurückhaltend“ und "zu sehr Salamitaktik". Nötig seien ein Gesamtplan und ein formuliertes Ziel, das über Legislaturperioden hinausreiche.

Insbesondere das Handeln hinsichtlich einer Personalbemessung in der Langzeitpflege und im Krankenhaus bleibe bisher hinter dem Notwendigen "weit zurück".

Schon heute seien ca. 200.000 zusätzliche Stellen nötig. Zudem erreichten in den nächsten 10-12 Jahren rd. 500.000 Pflegefachpersonen das Rentenalter. Das verlange nach einem großen Wurf, nach lang- und mittelfristiger Planung.

"Wir hoffen, dass mit der Petition im Superwahljahr die Aufmerksamkeit in Politik und Gesellschaft stärker auf die Herausforderungen auch jenseits der Pandemie gelenkt werden. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren und können jede Unterstützung brauchen."

Prominente Unterstützer

Zu den Unterstützerorganisationen gehören neben Bochumer Bund, DPR und DBfK u. a. das Aktionsbündnis Patientensicherheit, die Deutsche Interdisziplinäre Gesellschaft für Intensivmedizin und die Robert Bosch Stiftung.

Als einzelne Personen unterstützen zudem zahlreiche Pflegefachpersonen und bekannte Persönlichkeiten, z. B. Christel Bienstein, Hedwig Francois-Kettner, Susanne Johna, Günther Jonitz, Giovanni Maio, Dietrich Grönemeyer, Elke Heidenreich, Eckart von Hirschhausen, Hannes Jaenicke, Guido Maria Kretschmer oder Ulrich Wickert.

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