Nach der erneuten Kritik der Pflegekammer NRW an den Vorgängen in Rheinland-Pfalz hat sich nun die dortige Pflegekammer zur aktuellen Situation geäußert. Sie nehme die derzeitigen Diskussionen und kritischen Stimmen ernst, heißt es in einer Mitteilung der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz von Mittwoch. Die öffentliche Wahrnehmung der Entwicklungen habe „Fragen aufgeworfen“ und „teilweise zu Verunsicherung“ geführt. Umso wichtiger sei es, „sorgfältig und verantwortungsvoll zu handeln“.
Kammer in RLP betont Pionierarbeit und unterschiedliche Rahmenbedingungen
Die Kammer nimmt in ihrer Mitteilung auch Bezug auf die „Pionierarbeit“, die sie geleistete habe. Zu den „prägenden Akteurinnen“ gehöre auch die ehemalige Vizepräsidentin der Pflegekammer Rheinland-Pfalz, Sandra Postel. „Sie hat vor allem Maßstäbe für die Kommunikation gesetzt und diese entscheidend mitgeprägt.“ Der Aufbau der Kammer sei aber von Beginn an auch mit Herausforderungen verbunden gewesen. „Mit Blick auf andere Bundesländer zeigt sich, dass die Rahmenbedingungen unterschiedlich sind.“ So profitiere die 2022 gegründete Pflegekammer NRW etwa von einer staatlichen Finanzierung, und Mitgliedsbeiträge in moderater Höhe gebe es erst seit Kurzem. Dort sei die Selbstverwaltung ebenso „noch lange kein Selbstläufer“. „Auch unter Führung von Präsidentin Sandra Postel sieht sich die Pflegekammer NRW teils deutlichem Gegenwind ausgesetzt.“
Scharfe Kritik von Postel
Postel hatte einen Tag zuvor die Situation in Rheinland-Pfalz kritisiert: Zwar hätte die Selbstverwaltung dort „wichtige Pionierarbeit“ geleistet, die derzeitigen Entwicklungen beschädigten diese Vorarbeit jedoch „massiv“. Bereits in der Februarausgabe 2026 von Die Schwester | Der Pfleger sprach sie von einer „schweren Hypothek“ – auch für den weiteren Aufbau der Kammer in NRW.
Gemeinsames Ziel: eine starke Stimme für den Berufsstand
Die Pflegekammer Rheinland-Pfalz unterstrich in ihrer aktuellen Mitteilung gestern, dass Pflegekammern zur Sicherung der Versorgungsqualität beitrügen und dass das gemeinsame Ziel beider Kammern die Stäkung der Pflege als eigenständiger Heilberuf bleibe.
Außerdem hat die rheinland-pfälzische Kammer am Mittwoch dem Gesundheitsministerium als zuständiger Rechtsaufsicht fristgerecht eine Stellungnahme vorgelegt und kommt damit der Absprache mit Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) nach, binnen einer Woche Lösungsvorschläge für das weitere Vorgehen vorzulegen.