Ein breites Bündnis aus Gesundheits- und Bildungsorganisationen fordert die bundesweite Einführung von Schulgesundheitsfachkräften. Am Montag hat der BKK Dachverbands gemeinsam mit der Bundesschülerkonferenz, dem Bundeselternrat und dem Deutschen Pflegerat ein entsprechendes Memorandum veröffentlicht.
Die Initiatoren verweisen auf einen zunehmenden Gesundheitsbedarf bei Kindern und Jugendlichen. "Kinder und Jugendliche mit psychischen Auffälligkeiten, chronische Erkrankungen, Übergewicht und Bewegungsmangel sind nicht die Ausnahme, sondern traurige Regel an Schulen", heißt es in dem Papier.
Schulgesundheitsfachkräfte sollen diese Versorgungslücke schließen: Sie könnten Gesundheitsprobleme früh erkennen, versorgen und Betroffene gezielt weitervermitteln.
Modelle existieren bereits
In mehreren europäischen Ländern gehören entsprechende Fachkräfte laut Memorandum schon seit Jahren zum Alltag. Genannt werden unter anderem Großbritannien, Dänemark und Schweden.
Auch in Deutschland gab es bereits Modellprojekte. Deren positive Effekte seien nachgewiesen, teilweise seien die Ansätze in einzelnen Bundesländern verstetigt worden. "Es gibt also kein Erkenntnisproblem", heißt es in dem Dokument.
Bund und Länder in der Pflicht
Die Unterzeichner fordern nun eine politische Initiative, um die Strukturen dauerhaft zu etablieren. Konkret schlagen sie einen "Schulgesundheitspakt" von Bund und Ländern vor.
Ziel ist eine flächendeckende Einführung entsprechender Pflegefachpersonen an Schulen. Damit sollen Gesundheitsförderung, Prävention und Versorgung stärker miteinander verzahnt werden.
Übergabe an Ministerium geplant
Das Bündnis will die Forderungen im Herbst 2026 mit möglichst vielen Unterstützern an die Bundesgesundheitsministerin übergeben. Das Memorandum versteht sich als Ausgangspunkt für eine breitere politische Diskussion über die Rolle professioneller Pflege im schulischen Umfeld.