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Positionspapier des Bosch Health Campus

Schlüsselrolle für Community Health Nurses gefordert

Vor der geplanten Primärversorgungsreform fordert der Bosch Health Campus eine deutliche Stärkung nichtärztlicher Gesundheitsberufe – insbesondere der Community Health Nurses.

Im Vorfeld des geplanten Gesetzgebungsprozesses zur Einführung eines Primärversorgungssystems drängt der Bosch Health Campus (BHC) der Robert Bosch Stiftung auf eine deutliche Stärkung nichtärztlicher Gesundheitsberufe – allen voran der Community Health Nurses (CHN). In einem am Mittwoch veröffentlichten Positionspapier warnt der BHC, dass ein rein hausärztlich ausgerichtetes Primärarztsystem den Versorgungsbedarf einer alternden und zunehmend multimorbiden Bevölkerung nicht mehr decken könne.

Community Health Nurses als Schlüsselakteure

Stattdessen brauche es multiprofessionelle Teams, die regional Verantwortung übernehmen und Patientinnen und Patienten durch ein zunehmend komplexes Versorgungssystem navigieren. Akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen – insbesondere Community Health Nurses (CHN) mit Masterabschluss – sollen dabei nach dem Willen des BHC zu tragenden Säulen eines integrierten Primärversorgungssystems werden.

CHN sollen in Prävention, Gesundheitsförderung und der kontinuierlichen Betreuung chronisch erkrankter Menschen aktiv eingesetzt werden, heißt es in dem Papier. Sie könnten Versorgungslücken schließen, Patientinnen und Patienten frühzeitig unterstützen und dazu beitragen, vermeidbare Krankenhausaufenthalte zu reduzieren.

Beispiele aus dem Positionspapier zeigen, dass CHN insbesondere bei Familien mit zusätzlichen sozialen Belastungen, bei multimorbiden Patienten und in der häuslichen Versorgung entscheidend zur Stabilisierung beitragen können.

Was ist der Bosch Health Campus?

Der Bosch Health Campus (BHC) ist eine Einrichtung der Robert Bosch Stiftung, die Spitzenmedizin, Forschung und Lehre unter einem Dach vereint. Er verknüpft das Robert Bosch Krankenhaus (RBK), Bildungszentren und das Robert Bosch Centrum für Innovationen im Gesundheitswesen (RBIG). Ziel ist eine interdisziplinäre, patientenorientierte Versorgung, die Forschungsergebnisse schnell in die Praxis umsetzt.

Damit diese Rolle wirksam werden kann, fordert der BHC klare gesetzliche Regelungen:

  • eigenständige heilkundliche Befugnisse für CHN in definiertem Umfang
  • verbindliche Kompetenz- und Weiterbildungsstandards
  • Abrechnungsfähigkeit ihrer Leistungen im SGB V
  • klare Haftungs- und Verantwortungsstrukturen innerhalb multiprofessioneller Teams

Die Organisationseinheiten der künftigen Primärversorgung – etwa Primärversorgungszentren (PVZ) – sollen CHN systematisch integrieren und ihnen definierte Aufgabenprofile zuweisen.

Gesetzgebung soll Weichen stellen

Die Reform könne nur gelingen, wenn die Politik den rechtlichen Rahmen für ein multiprofessionelles Primärversorgungssystem schaffe, so der BHC. Dazu gehöre neben der Verankerung von PVZ im SGB V auch die Modernisierung des Berufsrechts für Pflegefachpersonen. Nur so lasse sich dem Fachkräftemangel begegnen und eine flächendeckend wohnortnahe Versorgung sichern.

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