Das Forschungsprojekt der Hochschule Niederrhein zur durch künstliche Intelligenz (KI) unterstützten Versorgung des diabetischen Fußsyndroms ist mit dem Gesundheitspreis "Ideas for Impact" 2026 ausgezeichnet worden, wie der Bosch Health Campus am Donnerstag mitteilte.
Die Lösung soll Wundheilung beschleunigen, die Versorgung transparenter machen und die Dokumentationsarbeit beruflich Pflegender reduzieren.
Sensorik und KI unterstützen Wundbehandlung
Entwickelt wurde das System von einem Team der Hochschule Niederrhein. Eine sensorbasierte Einlegesohle misst Druckbelastungen am Fuß, die via App an Patientinnen und Patienten übermittelt werden. Pflegefachpersonen, Ärztinnen und Ärzte können die Daten über eine Webanwendung einsehen und Behandlungsschritte entsprechend anpassen.
Ein KI‑Tool unterstützt Pflegende zudem bei der Wundvermessung und -dokumentation. Projektleiter Hubert Otten verdeutlicht: "Der intelligente Verband kann den Wundschluss am Fuß um bis zu 200 Tage beschleunigen. Im Weiteren werden die Pflegekräfte im Rahmen einer KI-gestützten Wundvermessung und -bewertung sowie Entscheidungsfindung im Behandlungsprozess entlastet."
Jury hebt Nutzen für Versorgung hervor
Mark Dominik Alscher vom Bosch Health Campus bewertet die Lösung als praktischen Fortschritt für die klinische Versorgung: "Das Projekt bietet eine passgenaue Lösung für ein weit verbreitetes Krankheitsbild. Das KI-basierte System hat einen klar erkennbaren Nutzen für Patient:innen, Pflegekräfte und Ärzt:innen gleichermaßen."
Das Projekt erhält 100.000 Euro Preisgeld, weitere 80.000 Euro stehen für Transferaktivitäten bereit.
Sonderpreis für Bremer Projekt ProKIP
Ein zusätzlicher Preis ging an das Bremer Projekt ProKIP, das die Integration von KI in Pflegeprozessen wissenschaftlich begleitet. Es untersucht Nutzen, Datenqualität und ethische Fragen in mehreren Verbundprojekten.