Nachdem der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) Ende vergangener Woche davor gewarnt hatte, Steuervorteile für Dienstwagen zu streichen, hat nun der Deutsche Caritas-Verband gekontert – und damit eine erneute Reaktion des AGVP hervorgerufen.
Während Caritas-Präsidentin Maria Welskop-Deffaa "die Pflegekraft auf dem Land" in der Debatte um ein Ende des Dienstwagenprivilegs zu Unrecht bemüht sieht, fühlt sich der AGVP zu Unrecht beschuldigt, falsche Zahlen zur privaten Nutzung von Dienstwagen in der ambulanten Pflege genannt zu haben.
Caritas: Gros des Dienstwagensteuervorteils kommt Managern zugute
Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte Welskop-Deffaa am Dienstag:
"Im Deutschen Caritasverband haben die Pflegekräfte keine Dienstwagen."
Die etwa 1.000 ambulanten Pflegedienste der verbandlichen Caritas hätten Pools von Firmenwagen, die sich die Pflegekräfte teilen.
Es könne vorkommen, dass jemand abends mit dem Firmenwagen nach Hause fahre, wenn er oder sie am nächsten Morgen wieder Dienst habe, fügte Welskop-Deffaa hinzu, "aber das ist keine Dienstwagennutzung im Sinne des Finanzamts".
Bei den anderen Wohlfahrtsverbänden sei die Situation nicht anders. Das Gros des Dienstwagensteuervorteils komme "den Managern, den Geschäftsführern, den gutverdienenden Männern zugute". Allenfalls statteten einzelne private Arbeitgeber in der Pflege ihre Mitarbeitenden mit Dienstwagen aus.
AGVP: Private Nutzung auch bei Wohlfahrtsverbänden üblich
AGVP-Präsident Thomas Greiner konterte wiederum am Mittwoch:
"Die Caritas-Spitze sollte erst einmal mit ihren eigenen Leuten reden, bevor sie sich zur privaten Nutzung von Dienstwagen äußert. Mehrere Caritasverbände widersprechen der Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa und weisen darauf hin, dass auch ihre Mitarbeitenden den Dienstwagen privat nutzen dürfen."
Andere Wohlfahrtsverbände verführen ähnlich.
"Statt uns ohne Grund und zulasten der Pflegekräfte in die Hacken zu treten und sogenannte Richtigstellungen zu verbreiten, sollten sich die Wohlfahrtsverbände gemeinsam mit uns für bessere Rahmenbedingungen in der Altenpflege und für ein Recht auf Pflege einsetzen."
Wer einen Dienstwagen privat nutzt, ist aktuell steuerlich begünstigt. Angesichts der Milliardenlücke im Bundeshaushalt gibt es Forderungen, dieses Privileg abzubauen. Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge etwa hatte das gefordert.
Quelle: dpa/Bibliomed