• News
Pflegeausbildung

Verbände uneins über Spezialisierung

Pflegeverbände reagieren unterschiedlich auf die erfolgreiche Bundespetition zur Spezialisierung in der Kinderkrankenpflege. Zwischen Forderungen nach Erhalt des Wahlrechts und Ausbau der Generalistik liegen deutliche Positionen.

Pflegeverbände bewerten die erfolgreiche Bundespetition zum Erhalt der Spezialisierung in der Kinderkrankenpflege unterschiedlich. Die Petition zum Erhalt des Wahlrechts nach § 59 Pflegeberufegesetz hat bis zum Ablauf der Mitzeichnungsfrist am 19. Januar mehr als 50.000 Unterschriften gesammelt und damit das erforderliche Quorum erreicht. Das Anliegen – der Erhalt der Spezialisierung im letzten Ausbildungsdrittel und ein gesonderter Abschluss in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege – muss jetzt in einer öffentlichen Sitzung des Petitionsausschusses des Bundestags beraten werden.

Petition erreicht Quorum von 50.000 Unterstützern

Die Petition war im August von Pauline Marie Hense gestartet worden, die nach einer erfolgreichen Landespetition in Niedersachsen bundesweit nachlegte. Hense war bei Start der Petition noch Auszubildende und hat inzwischen ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin abgeschlossen.

Pädiatrische Fachverbände sehen "starkes Signal"

Das Bündnis Kinder- und Jugendgesundheit, zu dem auch der Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland (BeKD) gehört, bezeichnete den Ausgang der Petition als "starkes Signal". Die Möglichkeit zur Spezialisierung müsse erhalten bleiben, damit "ausreichend qualifizierte Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger ausgebildet werden können". Nur so ließen sich die besonderen Anforderungen dieser Patientengruppe erfüllen.

Auch der Deutsche Pflegerat (DPR) sprach von einem "starken Signal aus der Pflege", äußerte sich aber zurückhaltender zur Zukunft des Wahlrechts. DPR-Präsidentin Christine Vogler sagte gegenüber BibliomedPflege: "Das Wahlrecht führt aus unserer Sicht nicht zum Ziel.  Zum einen wählen die Auszubildenden diese Option faktisch kaum, zum anderen kommen wir mit der fortwährenden Diskussion darüber der eigentlichen Herausforderung – einer nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Versorgung von Kindern und Jugend­lichen – kein Stück näher. Entscheidend ist, dass wir eine grundständige Ausbildung mit Vertiefungseinsätzen anbieten, die eine fundierte Basis schafft und gleichzeitig Raum für vertiefende Qualifikationen im Bereich der Kinderkrankenpflege bietet."

DBfK fordert konsequente Generalistik

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) spricht sich für eine konsequente Umsetzung der generalistischen Ausbildung aus. Die genannten Herausforderungen seien real, ließen sich aber nicht lösen, indem man "die Generalistik grundsätzlich infrage stelle". DBfK-Präsidentin Vera Lux betonte erneut: "Wir benötigen künftig eine generalistische Pflegeausbildung mit einem einheitlichen Berufsabschluss!"

Auch der Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe (BLGS) sieht weiteren Gesprächsbedarf. Vorsitzender Carsten Drude sagte: "Ich persönlich bin für die Auflösung des Wahlrechts; das ist aber nicht die Meinung des gesamten Verbands." Eine endgültige Position stehe noch aus.

Gewerkschaft fordert Reformschritte

Die Pflegegewerkschaft Bochumer Bund fordert eine politische Auseinandersetzung mit der Thematik. Pressesprecher Jens Witt erläuterte gegenüber BibliomedPflege: "Konkret fordern wir die dauerhafte und verlässliche Möglichkeit, innerhalb der generalistischen Ausbildung eine fundierte pädiatrische Vertiefung mit einem klar definierten kompetenzbasierten Abschlussprofil zu wählen." Die Wahlmöglichkeit müsse strukturell gestärkt und verbindlich finanziert werden.

Kostenloser Newsletter

  • 2x Wöchentlich News erhalten
  • garantiert kostenlos, informativ und kompakt
* Ich stimme den Bedingungen für den Newsletterversand zu. 

Bedingungen für Newsletterversand:

Durch Angabe meiner E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Anmelden“ erkläre ich mich damit einverstanden, dass der Bibliomed-Verlag mir regelmäßig pflegerelevante News aus Politik, Wissenschaft und Praxis zusendet. Dieser Newsletter kann werbliche Informationen beinhalten. Die E-Mail-Adressen werden nicht an Dritte weitergegeben. Meine Einwilligung kann ich jederzeit per Mail an info@bibliomed.de gegenüber dem Bibliomed-Verlag widerrufen.