Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) entwickelt ihren bisherigen Pflegepool zu einem strukturierten Arbeitsmodell mit mehr Planbarkeit und individueller Einsatzgestaltung weiter. Mit dem neuen "Pflegepool Plus" verschiebt sich der Fokus: Weg vom klassischen Ausfallmanagement, hin zu einem Instrument für Personalgewinnung, flexible Arbeitszeiten und langfristige Entlastung der Pflegeteams. Das geht aus einer Mitteilung der Unimedizin von Mittwoch hervor.
Vom Springerpool zum planbaren Einsatzmodell
Während der bisherige Pflegepool vor allem kurzfristige personelle Engpässe abfedern sollte, sieht die UMG im "Pflegepool Plus" ein erweitertes Konzept. Pflegefachpersonen entscheiden dort selbst, wann, wie häufig und in welchen Fachbereichen sie arbeiten. Gleichzeitig sollen Dienste verbindlich und langfristig planbar sein.
Damit unterscheidet sich das Modell von klassischen Springerpools, in denen Einsätze häufig kurzfristig und wechselnd erfolgen. Die UMG setzt stattdessen auf feste Einsatzbereiche mit Einarbeitung, etwa in der Inneren Medizin, Intensivmedizin oder Pädiatrie.
Mehr Steuerung und individuelle Betreuung
Ein zentrales Element des neuen Modells ist die organisatorische Struktur. Ein eigenes Team koordiniert Einsätze, begleitet Bewerbungen und entwickelt individuelle Arbeitsmodelle.
Pflegedirektorin Helle Dokken beschreibt den Ansatz so: "Pflegefachpersonen wünschen sich heute mehr Gestaltungsmöglichkeiten, Verlässlichkeit und persönliche Entwicklungsperspektiven. Genau hier setzt der Pflegepool Plus an."
Auch Pflegekräfte selbst betonen die Bedeutung verlässlicher Planung. "Der verlässliche Dienstplan war für mich ein entscheidender Punkt", beschreibt Pflegefachperson Tanja Schauder.
Instrument gegen Fachkräftemangel
Der "Pflegepool Plus" soll nicht nur Ausfälle kompensieren, sondern gezielt neue Zielgruppen ansprechen. Dazu zählen Pflegefachpersonen nach einer Berufspause oder mit dem Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten.
Zugleich bleibt die Entlastung der Stationen ein Ziel: Pool-Mitarbeitende werden weiterhin bei Krankheitsausfällen oder erhöhtem Pflegebedarf eingesetzt. Anders als bisher geschieht dies jedoch stärker geplant und abgestimmt.