An der Universitätsmedizin Rostock haben sechs usbekische Lehrkräfte ein Fortbildungsseminar nach dem Prinzip "Train the Trainer" absolviert. Die Teilnehmenden sollen ihr Wissen künftig in Usbekistan an weitere Lehrkräfte weitergeben und dort die Ausbildung von Pflegefachkräften nach deutschen Standards unterstützen. Das hat die Unimedizin am Dienstag mitgeteilt.
Das Seminar fand an der Höheren Berufsfachschule der Universitätsmedizin Rostock statt. Neben den Lehrkräften nahmen laut Mitteilung auch Vertreter usbekischer Berufsbildungs- und Migrationsbehörden teil. Im Mittelpunkt standen didaktische und fachliche Inhalte für die Pflegeausbildung.
Teil eines größeren Ausbildungsprogramms
Die Fortbildung ist Teil eines staatlich geförderten Ausbildungsprogramms der German Medical Academy (GMA) in Usbekistan, die von Globogate – einem Unternehmen, das bei der Rekrutierung von Pflegefachkräften unterstützt gemeinsam – mit staatlichen Stellen des Landes betrieben wird.
Nach Angaben der Beteiligten startete der erste Jahrgang Ende Oktober 2025 mit 700 Auszubildenden an 15 medizinischen Fachschulen. Für das Ausbildungsjahr 2026/2027 wurde die Kapazität auf 1.500 Plätze an 20 Fachschulen erweitert. Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird über staatlich finanzierte Stipendien getragen.
Orientierung an deutschen Standards
Das Ausbildungsmodell sieht vor, dass angehende Pflegefachpersonen ihre Ausbildung vollständig in Usbekistan absolvieren. Gleichzeitig erwerben sie zusätzliche Qualifikationen, die auf eine spätere Anerkennung ihres Berufsabschlusses in Deutschland ausgerichtet sind.
Dafür wurde ein deutsches Ergänzungscurriculum entwickelt. Nach Angaben der Projektpartner entstand dieses gemeinsam mit der Uniklinik RWTH Aachen, die auch an der fachlichen Konzeption des Programms beteiligt war.
"Als Universitätsmedizin verstehen wir Ausbildung als Verantwortung, die nicht an Ländergrenzen endet. Wenn wir usbekische Lehrkräfte hier nach unseren Standards weiterqualifizieren, wirkt das weit über Rostock hinaus und stärkt langfristig die Profession Pflege", sagte die Referentin des Pflegevorstands der Universitätsmedizin Rostock, Caren Erdmann.