Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz hat sich nach massiven technischen Schwierigkeiten zum Auftakt ihrer Mitgliederbefragung öffentlich entschuldigt. Bereits kurz nach dem Start der Online-Befragung am Montag berichteten zahlreiche Pflegefachpersonen von Fehlermeldungen beim Absenden, Problemen beim Einloggen oder gar fehlendem Zugang zur Plattform.
Kammer: hoher Andrang habe Server zeitweise überlastet
In den sozialen Netzwerken reagierte die Kammer am Mittwoch mit einer deutlichen Entschuldigung: Der unerwartet hohe Andrang habe die Server zeitweise überlastet. "Zum Start unserer Mitgliederbefragung kam es leider bei einigen von euch zu technischen Problemen. Dafür möchten wir uns aufrichtig entschuldigen", heißt es in einem LinkedIn-Beitrag der Kammer. Man habe "schnell reagiert und die Systeme stabilisiert", die Teilnahme sei nun wieder problemlos möglich. Zugleich versicherte die Kammer, dass Stimmen trotz Fehlermeldung gezählt worden seien.
Auch auf Facebook wandte sich die Kammer an ihre Mitglieder und erklärte, dass Aufrufprobleme häufig durch falsche oder veraltete Links entstünden. Die Befragung sei ausschließlich über das Mitgliederportal erreichbar. Mit klaren Schritt-für-Schritt-Hinweisen versuchte die Kammer, Zugangsprobleme zu entzerren, und bot darüber hinaus telefonische Unterstützung an.
Verdi fordert Abbruch der Mitgliederbefragung
Die technischen Schwierigkeiten gaben den ohnehin kritischen Stimmen zusätzlichen Auftrieb. Auch die aus der Sicht vieler kurze Laufzeit und komplexe Fragestellung der Befragung hatte für Kritik gesorgt.
Der Landesbezirk Rheinland-Pfalz/Saarland der Gewerkschaft Verdi forderte angesichts der Unregelmäßigkeiten sogar einen Abbruch der Befragung. Viele der Beschwerden seien mit Screenshots belegt, erklärte der stellvertretende Landesbezirksleiter Frank Hutmacher. Die Landesregierung müsse nun eine "unmissverständliche, transparente und funktionierende Abstimmung" sicherstellen.
Kammer hält an Befragung fest
Am Donnerstagnachmittag äußerte sich der Pressesprecher der Kammer, Benjamin Henze, zu den technischen Störungen und zur Kritik an der Mitgliederbefragung: "Die technischen Einschränkungen, von denen zu Beginn der Mitgliederbefragung berichtet wurde, traten ausschließlich am Montagvormittag im Zuge des hohen Initialaufkommens auf. In dieser Phase erreichten die Server kurzfristig ihre Belastungsgrenze. Entsprechend wurden die Kapazitäten im Rechenzentrum umgehend erweitert. Seitdem - also seit Montagmittag - läuft die Befragung stabil und ohne technische Einschränkungen. Insgesamt war die Seite lediglich für einen sehr kurzen Zeitraum von acht Minuten nicht erreichbar. Zuvor gab es aufgrund der hohen Zugriffszahlen eine langsame Erreichbarkeit des Mitgliederportals - ähnlich wie bei dem Vorverkaufsstarts einer Großveranstaltung."
Weiter wies Henze darauf hin, dass ausschließlich wahlberechtigte Mitglieder an der Befragung teilnehmen können. Diese Regelung habe die Vertreterversammlung beschlossen. "In Einzelfällen kann es zudem vorkommen, dass Mitglieder ihre Zugangsdaten, insbesondere das Passwort, nicht mehr vorliegen haben. Sofern eine E-Mail-Adresse im System hinterlegt ist, kann über die Passwort-zurücksetzen-Funktion innerhalb weniger Augenblicke ein neues Passwort per E-Mail angefordert werden. Sollte keine E-Mail-Adresse hinterlegt sein, erfolgt die Übermittlung aus datenschutzrechtlichen Gründen auf dem postalischen Weg, um sicherzustellen, dass sensible Mitgliedsdaten ausschließlich berechtigten Personen zugänglich gemacht werden."
Die Forderung von Verdi, die Befragung wegen der kurzfristigen technischen Einschränkungen abzubrechen, wies Henze als unverhältnismäßig zurück.
Ziel der Befragung sei es, ein möglichst breites und belastbares Stimmungsbild der Mitglieder zu erhalten, um Rückmeldungen strukturiert aufzunehmen und in die weitere Arbeit der Kammer einfließen zu lassen.
Redaktioneller Hinweis: Die Aussagen von Benjamin Henze fehlten in der ersten Fassung dieses Artikels; seine Stellungnahme war von der Redaktion angefragt, aber sie lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor. Sie wurden daher nachträglich ergänzt.