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Pflegeausbildung

Lücke bei Hautfarben in Pflegelehrbüchern

Eine Analyse deutscher Pflegelehrbücher zeigt: Dunkle Hautfarben fehlen fast vollständig. Forschende warnen vor Risiken für Diagnostik und Versorgung.

In deutschen Pflegelehrbüchern sind dunkle Hautfarben nahezu nicht vertreten. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Instituts für Klinische Pflegewissenschaft der Charité – Universitätsmedizin Berlin

Helle Haut dominiert in 475 geprüften Abbildungen

Für die Analyse wurden zehn aktuelle Pflegelehrbücher systematisch ausgewertet. Von insgesamt 475 Abbildungen zeigten demnach 92,6 Prozent helle Hautfarben, 7,4 Prozent mittlere – und keine Darstellung entspreche den dunklen Hauttönen der Monk-Skin-Tone‑Skala, berichtet das Autorenteam. Besonders auffällig: In 34 von 48 untersuchten Kategorien klinischer Symptome würden ausschließlich helle Hauttöne dargestellt. 

Laut den Autorinnen und Autoren kann diese Lücke in der Ausbildung die klinische Praxis erheblich beeinflussen. Die Erkennung dermatologischer Symptome sei bei dunkler Haut vielfach schwieriger. Fehlende Bildbeispiele könnten daher zu Verzögerungen bei Diagnosen und zu Fehleinschätzungen führen.

Risiken für Diagnostik und Versorgung

Zentrale Symptome wie Zyanose, allergische Reaktionen oder frühe Anzeichen eines Dekubitus könnten je nach Hautpigmentierung unterschiedlich sichtbar sein. Würden diese Unterschiede nicht vermittelt, könne dies Auswirkungen auf Patientensicherheit und Pflegequalität haben. Die Studie warnt daher vor einer möglicherweise "inadäquaten Versorgungssituation", wenn Auszubildende kaum Referenzen zu dunkler Haut erhielten. 

Das Autorenteam verweist zudem auf den Ethikkodex für beruflich Pflegende des International Council of Nurses (ICN). Dieser betone die Verantwortung der Pflegenden, Gleichbehandlung und Gerechtigkeit zu fördern. Eine diversitätssensible Ausbildung sei hierfür essenziell.

Forschende fordern Reformen in der Pflegeausbildung

Das Autorenteam empfiehlt, Lehrbücher so zu überarbeiten, dass Hautsymptome auf verschiedenen Hautfarben sichtbar werden. Vergleichende Abbildungen könnten die Diagnostik verbessern und Unsicherheiten reduzieren. Pflegepädagoginnen und -pädagogen seien stärker dafür zu sensibilisieren, entsprechende Inhalte in die Ausbildung zu integrieren. 

Bisher gebe es kaum Untersuchungen dazu, wie Lehrende dieses Thema behandelten. Zudem seien nur zehn Bücher analysiert worden, weshalb die Ergebnisse nicht für sämtliche Lehrwerke in Deutschland stünden. Dennoch mache die Untersuchung eine erhebliche strukturelle Lücke sichtbar, deren Schließung nach Einschätzung des Autorenteams notwendig ist, um die klinische Kompetenz künftiger Pflegefachpersonen sicherzustellen. 

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