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Internationale Politik

Pandemieabkommen stockt: ICN mahnt Handeln an

Pandemieabkommen stockt: ICN fordert mehr Personal

Die Vereinten Nationen haben sich bei einem hochrangigen Treffen zur Vorbereitung auf künftige Pandemien zunächst nicht auf eine gemeinsame politische Erklärung einigen können. Der International Council of Nurses (ICN) warnt deshalb vor Verzögerungen bei der globalen Pandemievorsorge und fordert stärkere Investitionen in Pflegekräfte und andere Gesundheitsberufe.

Hintergrund sind das Ausbleiben einer politischen Erklärung beim UN-Treffen zu Pandemieprävention, -vorsorge und -reaktion Ende September sowie festgefahrene Verhandlungen über zentrale Teile des Pandemieabkommens der Weltgesundheitsorgaisation (WHO). Die USA lehnten die Erklärung ab, während die Europäische Union erhebliche Vorbehalte gegen einzelne Passagen äußerte.

USA lehnen Erklärung ab

Die politische Erklärung sollte die internationale Zusammenarbeit bei der Vorbereitung auf künftige Gesundheitskrisen bekräftigen. Nach Berichten der "New York Times" kritisierte die US-Regierung unter anderem Formulierungen zu Solidarität und Gleichberechtigung. Die EU wandte sich vor allem gegen Regelungen zum Technologietransfer und zu geistigen Eigentumsrechten.

Die Erklärung ist rechtlich nicht bindend. Ihre Verabschiedung galt jedoch als wichtiges politisches Signal für die internationale Zusammenarbeit bei Pandemieprävention und Krisenreaktion.

Zudem stocken weiterhin die Verhandlungen über den sogenannten PABS-Anhang (Pathogen Access and Benefit Sharing) des WHO-Pandemieabkommens. 

Das Pandemieabkommen gilt als zentrales Lehrenpaket aus der Corona-Pandemie und wurde 2025 von den WHO-Mitgliedstaaten beschlossen. In Kraft treten kann es allerdings erst, wenn beim noch offenen PABS-System eine Einigung erzielt wird. Dieses soll den Austausch von Erregerdaten und die Verteilung von Impfstoffen, Tests und Medikamenten im Pandemiefall regeln.

ICN fordert Fokus auf Pflegepersonal

Der ICN nutzte das UN-Treffen, um auf die Bedeutung des Gesundheitspersonals für die Krisenvorsorge hinzuweisen.

"Wir dürfen nicht zulassen, dass mit dem Ende des Covid-19-Notstands auch die Investitionen in die Vorbereitung auf künftige Krisen enden", sagte Donna Cill in ihrer Stellungnahme vor der UN-Generalversammlung.

ICN-Präsident José Luis Cobos Serrano erklärte: "Wir dürfen die schmerzhaften Lehren aus COVID-19 nicht vergessen, als mindestens 115.000 Gesundheits- und Pflegekräfte ihr Leben verloren, weil die Welt nicht vorbereitet war."

Weiter sagte er: "Jeder Tag ohne eine starke globale Zusammenarbeit und Einigung ist ein Tag, an dem die Welt schlechter vorbereitet ist. Pflegekräfte und andere Gesundheitsberufe werden den Preis als Erste zahlen, wenn die nächste Pandemie kommt."

Verband warnt vor personellen Engpässen

Der Weltpflegeverband verweist auf anhaltende Personalengpässe, alternde Bevölkerungen, den Anstieg chronischer Erkrankungen, die Folgen des Klimawandels und humanitäre Krisen. Pandemievorbereitung dürfe sich deshalb nicht auf Impfstoffe, Testsysteme oder internationale Vereinbarungen beschränken.

"Es gibt schlicht keine Pandemievorsorge ohne das Gesundheitspersonal", sagte ICN-Geschäftsführer Howard Catton.

Nach Ansicht des Verbands seien Pflegekräfte und anderes Gesundheitspersonal bereits vor einer Gesundheitskrise ausreichend personell auszustatten, zu schützen und zu qualifizieren. Die Debatte über die internationale Pandemievorsorge rückt damit erneut Fragen der Personalbemessung, des Arbeitsschutzes und der langfristigen Fachkräftesicherung in den Fokus.

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