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Mukoviszidose

Neuer „Nanobody“ könnte Behandlung verändern

Zellgängiger Nanobody (grün) bindet an defekten CFTR-Chloridkanal (strukturelle Simulation)

Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) haben einen neuen Ansatz zur Therapie von Mukoviszidose entdeckt. Das teilten Charité und FMP am vergangenen Freitag mit. Demnach schafften es die Forschenden, einen „Nanobody“ zu entwickeln, der direkt in menschliche Zellen eindringt und den am häufigsten fehlerhaften Chloridkanal bei Mukoviszidose reparieren kann.

Bei Menschen mit Mukoviszidose, die auch Cystische Fibrose (kurz CF) genannt wird, liegt ein Gendefekt im sogenannten CFTR-Kanal vor: In seiner Proteinkette fehlt an einer Stelle eine einzelne Aminosäure, wodurch der Schleim in der Lunge viel zäher ist, Erreger sich sammeln und es zu einer chronischen Infektion und Entzündung der Atemwege kommt. 

Mukoviszidose in Deutschland

Mukoviszidose zählt weltweit zu den häufigsten Erbkrankheiten mit tödlichem Verlauf. Hierzulande leben bis zu 8.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit dieser Erkrankung. Ursache ist eine Störung des Salz- und Wasserhaushalts. Es bildet sich ein zähes Sekret, das unter anderem die Lunge schädigt. In der Folge kommt es zu einer zunehmenden Einschränkung der Lungenfunktion und zu Atemnot. Pro Jahr werden in Deutschland etwa 150 bis 200 Kinder mit Mukoviszidose geboren. Im Rahmen des Neugeborenen-Screenings wird die Erkrankung getestet.

So funktioniert der Nanobody

Der neue Nanobody ist ein kleiner, aber stabiler Antikörperbaustein, der sich genau an bestimmte Proteinoberflächen anlagern kann. Dazu werde er „chemisch mit einem ‚Transportsignal‘, sogenannten zellpenetrierenden Peptiden, versehen, die ihm helfen, direkt in Schleimhautzellen der Lunge einzudringen. Dort bindet der Nanobody an das defekte Kanal-Protein und hilft ihm, die richtige Form anzunehmen.“ In Versuchen konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass sich der Nanobody über mindestens 24 Stunden an den mutierten CFTR-Kanal heftete, ohne die Zellen zu schädigen. Bis zur klinischen Anwendung müssten allerdings noch offene Fragen geklärt werden, beispielsweise wie der Nanobody im Körper wirke und wie das Immunsystem auf eine solche Therapie reagiere. 

Zur Originalpublikation im Fachmagazin „Nature Chemical Biology“: A cell-permeable nanobody to restore F508del cystic fibrosis transmembrane conductance regulator activity | Nature Chemical Biology

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