Die Münchenstift baut das Pflegemodell Primary Nursing in ihren Pflegeeinrichtungen aus. Nach Angaben des kommunalen Pflegeunternehmens ist das Konzept inzwischen in vier von neun Häusern vollständig etabliert, in fünf weiteren Einrichtungen laufe die Umstellung. Bis 2027 soll die Einführung abgeschlossen sein. Das Modell setzt auf eine personenzentrierte Pflegeorganisation mit klar definierten Verantwortlichkeiten.
Nach Angaben des Unternehmens übernimmt beim Primary Nursing eine Pflegefachkraft die kontinuierliche Verantwortung für eine feste Gruppe von bis zu zwölf Bewohnerinnen und Bewohnern. Gleichzeitig führe sie ein kleines Team von Mitarbeitenden.
Neue Führungsrolle für Pflegefachkräfte
"Primary Nursing ist die erste Führungsebene, die wir in den Häusern der Münchenstift etabliert haben. Mitarbeitende auf dieser Hierarchiestufe übernehmen mehr Verantwortung und können Entscheidungen eigenverantwortlich treffen", sagte Münchenstift-Prokurist Predrag Savic am Montag.
Die Primary Nurses steuerten den Pflegeprozess für die ihnen zugeordneten Bewohnerinnen und Bewohner. Zu ihren Aufgaben gehörten die Bedarfsermittlung, die Pflegeplanung sowie die Evaluation der Maßnahmen. Außerdem begleiteten sie ihre Teams im pflegerischen Alltag und fungierten als erste Ansprechpersonen für Mitarbeitende.
Einführung in allen Häusern bis 2027 geplant
Nach Angaben des Unternehmens unterscheidet sich das Konzept von Organisationsformen mit wechselnden Zuständigkeiten durch die kontinuierliche Zuordnung der Verantwortung zu einer Pflegefachperson. Diese koordiniere die Versorgung übergreifend und bleibe zentrale Ansprechperson für Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren An- und Zugehörige.
Welche Auswirkungen die Übernahme von Fallverantwortung auf die pflegerische Praxis haben kann, zeigt ein Pilotprojekt am Alfried Krupp Krankenhaus. Der Fachbeitrag betrachtet, wie sich Primary Nursing auf Zusammenarbeit, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege auswirkt.