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Akademisierung

Kritik an Aussetzung von Pflegestudiengang

Kritik an Aussetzung von Pflegestudiengang in Hamburg.

Der Deutsche Pflegerat (DPR) und der Hamburger Pflegerat kritisieren die Aussetzung des Masterstudiengangs "Pflege- und Therapiewissenschaft für das Lehramt an berufsbildenden Schulen" in Hamburg. Die Verbände warnen vor Folgen für die Ausbildung von Pflegelehrenden, die Pflegepädagogik und die Fachkräftesicherung.

Der Studiengang an der HAW Hamburg und der Universität Hamburg soll im Wintersemester 2026/27 nicht angeboten werden. Mit ihm qualifizieren sich Pflegefachpersonen insbesondere für Lehrtätigkeiten an berufsbildenden Schulen. Über die geplante Aussetzung hatte BibliomedPflege bereits Ende August berichtet.

"Die Aussetzung ist inakzeptabel. Pflegeausbildung braucht qualifizierte Lehrende. Fällt ein Studienjahrgang aus, fehlt dieses Fachpersonal später an den Pflegeschulen", kritisierte DPR-Präsidentin Christine Vogler am Mittwoch.

DPR warnt vor Mangel an Pflegelehrenden

Nach Ansicht des DPR verschärft die Aussetzung bestehende Probleme in der Pflegebildung. Der Verband verweist darauf, dass der Hamburger Senat den Aufbau des Studiengangs in seiner Fachkräftestrategie für Gesundheits- und Pflegeberufe selbst als Maßnahme zur Stärkung der theoretischen Pflegeausbildung benannt hatte.

"Wer einen Studiengang als Antwort auf den Fachpersonalmangel ankündigt und ihn dann direkt wieder aussetzt, setzt die eigene Glaubwürdigkeit aufs Spiel. Hamburg muss sein Versprechen einlösen", sagte Vogler.

Der DPR fordert den Senat auf, die Aussetzung rückgängig zu machen und den Studiengang dauerhaft zu finanzieren. Zudem müsse die Übergangsregelung für die Qualifikationsanforderungen von Lehrenden an Pflegeschulen bis 2035 verlängert werden.

Pflegestudium soll weiter finanziert werden

Auch der Hamburger Pflegerat spricht sich für den Erhalt des Studiengangs aus. In einer Stellungnahme warnt das Gremium vor den Folgen für die akademische Pflegebildung in der Hansestadt.

Nach Auffassung des Pflegerats steht die Entscheidung im Widerspruch zu den Zielen des Pflegestudiumstärkungsgesetzes. Dieses sieht unter anderem eine stärkere Akademisierung der Pflege und erweiterte heilkundliche Kompetenzen für Pflegefachpersonen vor.

Der Hamburger Pflegerat verweist darauf, dass die HAW Hamburg die personellen und curricularen Voraussetzungen für die Weiterentwicklung der Studienangebote bereits geschaffen habe. Die Finanzierung sei zuvor von der Freien und Hansestadt Hamburg anerkannt und zugesagt worden.

Zudem bestehe in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten ein wachsender Bedarf an akademisch qualifizierten Pflegefachpersonen. Der Pflegerat fordert deshalb, die Finanzierung pflegewissenschaftlicher Studiengänge langfristig sicherzustellen und die Studienkapazitäten perspektivisch auszubauen.

Pflegestudiengang wird vorerst ausgesetzt

Hintergrund der Kritik sind Sparvorgaben des Hamburger Senats. Wie der NDR Ende August berichtete, kann der gemeinsam von HAW Hamburg und Universität Hamburg angebotene Masterstudiengang im kommenden Wintersemester wegen fehlender finanzieller Mittel nicht starten. 32 Bewerberinnen und Bewerber erhielten bereits Absagen.

Die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung hatte gegenüber dem NDR erklärt, es handele sich nicht um eine endgültige Einstellung des Angebots. Der Studiengang werde zunächst lediglich für einen Zulassungsjahrgang ausgesetzt. Für bereits eingeschriebene Studierende sei ein ordnungsgemäßer Studienabschluss sichergestellt.

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