Das Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege zieht für das Jahr 2025 eine erste Bilanz seiner Arbeit. Der 80 Seiten umfassende Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass zentrale Strukturen aufgebaut und erste praxisrelevante Angebote für Pflegeeinrichtungen und beruflich Pflegende entwickelt wurden. Das geht aus einer Unterrichtung der Bundesregierung an den Deutschen Bundestag hervor, über den die Parlamentsnachrichten am vergangenen Freitag berichtet haben. Das beim Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angesiedelte Kompetenzzentrum hat seine Arbeit im Januar 2024 aufgenommen.
Aufbauphase mit ersten Ergebnissen
Die Jahre 2023 bis 2025 seien für das Kompetenzzentrum "eine Zeit des Aufbaus, der Erprobung, des Lernens sowie der ersten Ergebnisse und sichtbaren Erfolge" gewesen, heißt es in dem Bericht. Begleitet wird die Darstellung durch eine externe Evaluation, die den bisherigen Aufbau insgesamt positiv bewertet.
Zu den zentralen Ergebnissen zählt der Start eines eigenen Internetauftritts. Über die Website bündelt das Kompetenzzentrum Informationen zur Digitalisierung in der Langzeitpflege und stellt Materialien für Pflegeeinrichtungen bereit.
Unterstützung bei TI, Dokumentation und Qualifizierung
Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Unterstützung von Pflegeeinrichtungen und beruflich Pflegenden bei der Einführung digitaler Prozesse. Dazu gehört ein umfassendes Informationsangebot zur Telematikinfrastruktur (TI) einschließlich Schulungs- und Praxismaterialien für Pflegekräfte, die im Arbeitsalltag mit digitalen Anwendungen arbeiten.
Bereitgestellt wurde unter anderem ein sogenannter TI‑Ressourcenpool, der Informationen zur technischen Anbindung, zu Anwendungen wie KIM sowie zu organisatorischen Voraussetzungen bündelt. Ziel sei, Pflegeeinrichtungen bei der verpflichtenden Einbindung in die TI zu unterstützen und den Umgang mit digitalen Kommunikations- und Dokumentationsprozessen zu erleichtern.
Darüber hinaus stellt das Kompetenzzentrum Übersichten zu Fördermöglichkeiten für digitale Investitionen in der Langzeitpflege bereit. Diese sollen Einrichtungen helfen, digitale Ausstattung, Software und Qualifizierungsmaßnahmen zu finanzieren.
Cybersicherheit als neues Handlungsfeld
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Vorbereitung einer Handlungsempfehlung zum Thema Cybersicherheit. Diese soll ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen "dazu befähigen, ein ganzheitliches Cybersicherheitskonzept zu etablieren". Damit werde ein relevantes Risikofeld adressiert, das auch den Arbeitsalltag von Pflegefachpersonen betrifft – etwa beim Schutz sensibler Patientendaten und digitaler Dokumentationssysteme.
Die Evaluation der Arbeit des Kompetenzzentrums soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Künftige Berichte sollen sich stärker mit der Nutzung und Wirkung der Angebote in der Pflegepraxis befassen.