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Digitalisierung in der Pflege

Pflegereform muss auf digitale Lösungen setzen

Das Bündnis Digitalisierung in der Pflege mahnt verbindliche Regeln, klare Finanzierung und mehr Pflegeinformatik an, um digitale Lösungen in der Pflege endlich wirksam zu machen.

Das Bündnis Digitalisierung in der Pflege fordert anlässlich der anstehenden Pflegereform einen konsequenten Digitalisierungsschub für die pflegerische Versorgung in Deutschland. Angesichts des demografischen Wandels und des zunehmenden Personalmangels brauche es jetzt klare politische Rahmenbedingungen, um digitale Potenziale endlich wirksam zu heben, schrieb das Bündnis in einer Presseaussendung vom Montag.

Digitaler Handlungsbedarf bleibt groß

Zwar begrüßt das Bündnis, dass die Bund-Länder-Arbeitsgruppe Zukunftspakt Pflege die Digitalisierung in ihrem Ergebnispapier vom Dezember 2025 als Querschnittsthema verankert hat, doch die vorgeschlagenen Maßnahmen seien "zu wenig, zu spät und zu unverbindlich". 

Digitalisierung dürfe in der Pflegereform kein politisches Schlagwort bleiben, sondern müsse als Rückgrat einer zukunftsfesten Versorgung verstanden werden. Bereits die Digitalisierungsstrategie des Bundesgesundheitsministeriums von 2023 habe gezeigt, dass fehlende Verbindlichkeit die Umsetzung bremse – etwa beim Ausbau der Telematikinfrastruktur.

Vier zentrale Forderungen des Bündnisses

1. Ganzheitliche Digitalisierungsstrategie: Gefordert wird eine verbindliche, bundesweite Digitalisierungsstrategie für die Pflege. Sie soll Standards definieren, Zuständigkeiten klären, Prozesse koordinieren und messbare Fortschritte sicherstellen. Entscheidend sei die Einbindung aller relevanten Akteurinnen und Akteure.

2. Verlässliche (Re-)Finanzierung: Größter Hemmschuh für digitale Innovationen sei die ungeklärte Finanzierung. Investitionen, Betriebskosten, Cybersicherheit, IT-Ressourcen und Personal müssten dauerhaft refinanziert werden. Das Bündnis schlägt u. a. eine Digitalisierungspauschale sowie Personalschlüssel für Digitalisierungspersonal vor. Effizienzgewinne infolge Digitalisierung sollten in den Einrichtungen verbleiben, um Innovationen nachhaltig abzusichern.

3. Stärkung der Pflegeinformatik: Pflegeinformatik müsse als eigenständige Kompetenzdimension etabliert werden – zwischen Pflegepraxis, IT und Organisationsentwicklung. Eine nationale Pflegeinformatik-Initiative solle sicherstellen, dass pflegerische Routinedaten strukturiert, interoperabel und sektorenübergreifend genutzt werden können. Der wachsende Schulungsbedarf in Einrichtungen werde zunehmend zu einem strukturellen Hemmnis für die Umsetzung digitaler Vorhaben.

4. Neue Technologien mitdenken: Besonders für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz brauche es klare Rahmenbedingungen, um KI verantwortungsvoll, ethisch und nutzenstiftend einzusetzen – etwa um Bürokratie abzubauen und Menschen mit Pflegebedarf zu unterstützen.

Bündnis Digitalisierung in der Pflege

Das Bündnis Digitalisierung in der Pflege vereint seit 2020 neun Verbände aus Sozial-, Pflege- und Gesundheitswesen. Ziel ist es, die Digitalisierung der Pflege voranzutreiben, die Attraktivität des Pflegeberufs zu stärken und die Pflegequalität zu verbessern. Die Partner vertreten Interessen von Pflegenden, Einrichtungen und Diensten, IT-Herstellern, Dienstleistern sowie Forschung und Beratung.

Zum Bündnis gehören der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad), der Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg, Care for Innovation – Innovation pflegen, der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP), der Deutsche Pflegerat (DPR) und der Fachverband Informationstechnologie in Sozialwirtschaft und Sozialverwaltung (FINSOZ). Darüber hinaus engagieren sich der Verband für Digitalisierung in der Sozialwirtschaft (vediso), der Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD) sowie der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD).

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