Die Hochschule München entwickelt gemeinsam mit Partnern ein auf Künstliche Intelligenz (KI) gestütztes Informationssystem, das Pflegefachpersonen bei Dokumentation, Informationssuche und der Nutzung digitaler Anwendungen unterstützen soll. Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts "Smart Vitality Care" steht die Entwicklung eines offenen KI-Ökosystems für den Einsatz in der Pflege. Ziel ist es nach Angaben der Beteiligten, pflegerelevante Informationen zusammenzuführen und die Belastung durch digitale Dokumentations- und Informationspflichten zu reduzieren.
Das Projekt läuft von Februar 2026 bis Januar 2029 und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert.
Pflegepraxis an Entwicklung beteiligt
Nach Angaben der Hochschule verbringen Pflegefachpersonen einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit mit Dokumentation, Informationsrecherche und der Nutzung verschiedener digitaler Systeme. Gleichzeitig führe die Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen häufig zu zusätzlicher Komplexität im Arbeitsalltag.
"Mit Smart Vitality Care wollen wir zeigen, dass Künstliche Intelligenz in der Pflege kein zusätzliches System ist, das bedient werden muss, sondern ein Werkzeug, das wirklich entlastet", sagte Projektleiter Philipp Tschochohei am Mittwoch. "Entscheidend dafür ist, dass wir die Lösungen von Anfang an gemeinsam mit den Pflegefachpersonen entwickeln – nur so entsteht ein KI-Einsatz, der im Alltag tatsächlich ankommt und Vertrauen schafft."
Die geplanten Anwendungen sollen deshalb gemeinsam mit Pflegefachpersonen entwickelt sowie in Labor- und Praxistests erprobt werden.
Dashboard bündelt Informationen
Kern des Projekts ist ein intelligentes Dashboard, das pflegerelevante Informationen bündeln und priorisieren soll. Ergänzt werden soll es durch einen Open-Data-Katalog, der bewährte Anwendungsbeispiele für Forschung und Praxis zugänglich macht.
Nach Angaben der Projektverantwortlichen basiert das Vorhaben auf einem "Privacy-by-Design"-Ansatz. Die eingesetzten KI-Systeme sollen demnach ausschließlich mit anonymisierten Interaktionsmustern trainiert werden. Gesundheitsdaten von Patientinnen und Patienten würden nicht für das Training genutzt.
Überführung in die Versorgung geplant
Zum Ende der dreijährigen Laufzeit wollen die Projektpartner eine Strategie erarbeiten, mit der das entwickelte KI-Ökosystem langfristig in die Regelversorgung in Bayern überführt werden kann.
Beteiligt sind neben der Hochschule München die Technische Hochschule Rosenheim und das Unternehmen MyOnClinic. Zu den assoziierten Partnern zählen unter anderem die AOK Bayern, die Diakonie München und Oberbayern, mehrere Pflegeeinrichtungen sowie die Vereinigung der Pflegenden in Bayern.