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Forschung

Digitale Hilfen für indirekte Pflegearbeit

Welche Technologien lösen welche Probleme in der Pflege tatsächlich? Der digitale Kriterienatalog soll Orientierung schaffen in der Vielzahl der Innovationen durch strukturierte Daten, transparente Bewertungsmechanismen und praxisnahe Erprobungsszenarien.

Ein Forschungsverbund aus Frankfurt University of Applied Sciences (UAS), Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) und Caritasverband Darmstadt untersucht, wie digitale Assistenztechnologien Pflegefachpersonen bei indirekten Pflegetätigkeiten entlasten können. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt unterstützt das Projekt "GIDEA – Ganzheitliche Innovationsmethodik für digitale Assistenztechnologien zur Entlastung bei indirekten Pflegetätigkeiten" finanziell. Im Mittelpunkt stehen Tätigkeiten, die nicht unmittelbar der Versorgung von Pflegebedürftigen dienen, von Pflegenden aber als zeitaufwendig und belastend wahrgenommen werden.

Fokus auf Entlastung im Pflegealltag

Nach Angaben der Projektpartner soll eine Methodik entwickelt werden, mit der digitale Assistenzsysteme identifiziert, bewertet und in die stationäre Langzeitpflege integriert werden können. Ziel sei herauszufinden, welche Technologien tatsächlich zur Entlastung beitragen und welche Voraussetzungen für ihren Einsatz erfüllt sein müssen.

Zu den diskutierten Technologien zählen unter anderem durch Künstliche Intelligenz (KI) gestützte Dokumentationssysteme mit Spracherkennung, Sensorik, Systeme zur Erfassung von Vitalparametern sowie Exoskelette. Obwohl solche Lösungen vielfach als potenzielle Unterstützung gelten, würden sie bislang nur begrenzt und häufig nicht dauerhaft in den Pflegealltag integriert, teilte die Frankfurt UAS in der Vorfwoche mit.

"Mixed Reality" soll Praxistauglichkeit prüfen

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der Einsatz von "Mixed-Reality"-Technologien. In virtuellen Umgebungen sollen digitale Anwendungen realitätsnah erprobt und bewertet werden, bevor sie in Einrichtungen eingeführt werden.

"Es fehlt bislang ein umfassender und praxisnaher Kriterienkatalog, der technologische Anforderungen wie Skalierbarkeit, Usability, Barrierefreiheit und pflegerische Bedarfe gleichermaßen abbildet", sagte die Leiterin des "Mixed-Reality"-Labors der Frankfurt UAS, Diana Völz. "Genau an dieser Stelle setzt GIDEA an."

Die Forschenden kombinieren dazu Fokusgruppen und Experteninterviews mit Simulationen in "Mixed-Reality"-Umgebungen. 

Geplant ist ein digitaler Pflegekatalog

Auf Basis der Befragungen und Evaluationen soll ein digitaler Kriterienkatalog entstehen. Dieser soll als Instrument dienen, um Assistenztechnologien systematisch zu identifizieren, zu vergleichen und zu bewerten.

Die Forschung erfolgt in stationären Pflegeeinrichtungen des Caritasverbands Darmstadt unter Beteiligung von Pflegefachpersonen, Pflegehilfskräften und Auszubildenden. Nach Angaben des Projektverbunds soll der Katalog künftig Einrichtungen, Entwicklerinnen und Entwicklern sowie Kostenträgern als Entscheidungsgrundlage für die Auswahl und Bewertung neuer Technologien dienen.

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