Die Caritas bleibt bei der Vergütung in der Langzeitpflege Spitzenreiter. Das zeigen aktuelle Vergleichszahlen, die der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) und die Caritas‑Dienstgeber (DGS) am Mittwoch veröffentlicht haben. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2025.
Demnach lagen die Gehälter in allen Qualifikationsgruppen deutlich über dem Branchendurchschnitt. Pflegefachpersonen in Vollzeit erzielten ein durchschnittliches Bruttoentgelt von 4.407 Euro pro Monat. Auch im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen, etwa im industriellen und kaufmännischen Bereich, gehörten die Caritas‑Vergütungen zu den höchsten.
Hilfskräfte profitieren besonders
Am stärksten wirkt sich das Vergütungsniveau für Hilfskräfte aus. Ungelernte Mitarbeitende erreichten 2025 durchschnittlich 3.564 Euro brutto im Monat, Mitarbeitende mit einjähriger Qualifikation 4.007 Euro. Laut Vergleich verdienen Hilfskräfte damit bis zu 800 Euro mehr als Beschäftigte bei anderen Trägern der Langzeitpflege.
Deutliche Unterschiede zeigen sich auch bei den Ausbildungsvergütungen: Auszubildende zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann starten bei der Caritas mit 1.416 Euro brutto und liegen im Durchschnitt über die gesamte Ausbildungszeit bei 1.490 Euro. Damit überschreiten sie regelmäßig die Vergütungen vieler gewerblich‑technischer und kaufmännischer Ausbildungsberufe.
Weitere Zahlen aus der VKAD-Präsentation bestätigen das Bild: Der Abstand zur durchschnittlichen Vergütung anderer Träger blieb in den vergangenen Jahren relativ konstant. In einigen Regionen lagen die Caritas‑Gehälter 2025 bis zu 20 Prozent über Vergleichswerten anderer Einrichtungen.
VKAD und DGS fordern Reformen
Die Caritas verweist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung stabiler Rahmenbedingungen. "Gute Arbeitsbedingungen zeigen sich auch auf der Gehaltsabrechnung. Die Caritas übernimmt hier seit jeher Verantwortung und setzt damit ein klares Signal der Wertschätzung für den Pflegeberuf", sagte Barbara Dietrich‑Schleicher, Vorsitzende des VKAD.
Auch die Dienstgeberseite sieht politischen Handlungsbedarf. "Die Caritas steht für attraktive Vergütungen. Die Sozial‑ und Pflegebranche muss wettbewerbsfähig sein", erklärte DGS‑Sprecher Johannes Brumm. Die dringend notwendige Pflegereform müsse den "strukturellen und finanziellen Herausforderungen in der Pflege Rechnung tragen und das System zukunftsfest machen".