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Corona-Impfentscheidung

DKG appelliert an "wichtigen Akt der Solidarität"

Mitarbeitende auf Intensivstationen "empört" über ungeimpfte COVID-Patienten, so DKG-Chef Gaß.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat sich mit deutlichen Worten an die noch nicht gegen SARS-CoV-2 geimpften Menschen in Deutschland gerichtet.

90 % der Covid-Patienten auf Intensivstationen nicht geimpft

Jedes Intensivbett und jede Beatmungseinheit, die von einer ungeimpften Person in Anspruch genommen werde, stehe in diesem Moment einem anderen schwerkranken Menschen nicht zur Verfügung, so die eindrückliche Beschreibung des DKG-Vorstandsvorsitzenden Gerald Gaß am Donnerstag.

Jede Pflegefachperson, jede Ärztin und jeder Arzt, die oder der sich um die hoch aufwendigen COVID-Betroffenen kümmere, könne ihre Hilfe und Zuwendung nicht gleichzeitig anderen lebensbedrohlich kranken Personen zukommen lassen.

90 % der an COVID erkrankten Personen auf den Intensivstationen seien nicht geimpft; nur bei den Wenigsten sprächen medizinische Gründe gegen eine Impfung.

"Deshalb kann ich die Empörung vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerade in den Intensivstationen nachvollziehen, die den ungeimpften COVID-Patienten rücksichtsloses Verhalten vorwerfen."

Das individuelle Recht auf Krankheit habe dort Grenzen, wo es die Behandlung anderer Patientinnen und Patienten sowie damit deren Gesundheit gefährde und das Personal im Krankenhaus überfordere.

Solidarität und Verantwortungsbewusstsein gefragt

Pflegepersonal und Ärzteschaft befänden sich vielfach seit rd. 18 Monaten in einem "sehr belastenden Ausnahmezustand", so Gaß weiter. Sie sorgten sich in ihrer Empörung um die Möglichkeit, auch in den kommenden Wochen und Monaten für alle Patientinnen und Patienten die maximale Gesundheitsversorgung leisten zu können. Und sie sorgten sich zudem darum, dass ein Teil der Mitarbeitenden, die in den Intensivstationen ihren Dienst leisten, frustriert und enttäuscht den Kliniken den Rücken kehren.

"Wir müssen gemeinsam anerkennen, dass wir auch im Gesundheitswesen über endliche Ressourcen verfügen und unser gesellschaftliches Zusammenleben nur dann funktioniert, wenn sich der allergrößte Teil der Bürgerinnen und Bürger solidarisch und verantwortungsbewusst gegenüber der Gemeinschaft verhält."

Wenn die Gesellschaft insgesamt oder in großen Teilen das Prinzip der Solidarität missachte, sei das Klinikpersonal nicht mehr in der Lage, eine bestmögliche Gesundheitsversorgung für alle diejenigen zu ermöglichen, die diese Ressourcen im Notfall bräuchten.

"Es ist deshalb ein wichtiger Akt der Solidarität und des gesellschaftlichen Zusammenhalts, durch die eigene Impfung die knappen und wertvollen personellen und medizintechnischen Ressourcen in unseren Krankenhäusern für die schwerkranken Patientinnen und Patienten zu schonen, die dringend darauf angewiesen sind."

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