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Arbeitsbedingungen

Pflegekräfte häufiger körperlich belastet

Pflegekräfte häufiger belastet als andere Beschäftigte

Pflegekräfte sind bei ihrer Arbeit deutlich häufiger körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt als Beschäftigte anderer Berufsgruppen. Gleichzeitig berichten sie überdurchschnittlich oft von gesundheitlichen Beschwerden. Das geht aus einem aktuellen Faktenblatt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hervor. 

Für die Auswertung wurden Angaben von Beschäftigten in der ambulanten Pflege, der stationären Langzeitpflege sowie der akutstationären Pflege im Krankenhaus mit den Antworten von mehr als 19.000 Beschäftigten anderer Berufe verglichen. 

Hohe Arbeitsintensität in allen Versorgungsbereichen

In allen drei Pflegesettings werden körperliche Anforderungen deutlich häufiger genannt als in anderen Berufen. So gaben mindestens 85 Prozent der Befragten an, häufig im Stehen zu arbeiten. In anderen Berufsgruppen lag dieser Anteil bei 45 Prozent. Schwere Lasten heben oder tragen müssen laut Studie 62 Prozent der Beschäftigten in der stationären Langzeitpflege und 69 Prozent der Pflegekräfte im Krankenhaus. In anderen Berufen trifft dies auf 15 Prozent der Beschäftigten zu. 

Auch psychische Belastungen sind in der Pflege weiter verbreitet. Besonders ausgeprägt sind Termin- und Leistungsdruck sowie das gleichzeitige Bearbeiten verschiedener Aufgaben. In der akutstationären Pflege berichteten 71 Prozent von starkem Termin- oder Leistungsdruck und 88 Prozent von häufigem Multitasking. 

Die Unterschiede zwischen den Pflegesettings zeigen sich vor allem bei den psychischen Anforderungen. Während Krankenhausbeschäftigte besonders häufig von Zeitdruck und Arbeitsunterbrechungen berichten, nennen ambulant Pflegende überdurchschnittlich oft wiederkehrende Arbeitsvorgänge. 

Weniger Handlungsspielraum, hohe Sinnhaftigkeit

Bei den arbeitsbezogenen Ressourcen ergibt sich ein differenziertes Bild. Ambulant Pflegende berichten häufiger als andere Beschäftigte, Arbeitsziele mitbestimmen und ihre Arbeit eigenständig gestalten zu können. Beschäftigte in Krankenhäusern verfügen dagegen laut Untersuchung bei mehreren Aspekten über geringere Handlungsspielräume. 

Unabhängig vom Versorgungsbereich geben Pflegekräfte seltener als andere Beschäftigte an, ihre Arbeit selbst planen oder den Zeitpunkt ihrer Pausen bestimmen zu können. Gleichzeitig erleben sie ihre Tätigkeit deutlich häufiger als gesellschaftlich wichtig: Je nach Setting liegt dieser Wert zwischen 92 und 97 Prozent, in anderen Berufen bei 76 Prozent. 

Weniger positiv fällt die Bewertung der Unterstützung durch direkte Vorgesetzte aus. In allen drei Pflegesettings wird diese seltener wahrgenommen als in anderen Berufsgruppen. 

Mehr Rückenbeschwerden und Erschöpfung

Gesundheitliche Beschwerden treten in der Pflege ebenfalls häufiger auf als in anderen Berufen. Besonders betroffen sind Beschäftigte im Krankenhaus. Dort berichten 65 Prozent über Schmerzen im unteren Rücken, 60 Prozent über Schlafstörungen und 64 Prozent über körperliche Erschöpfung. Auch Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich sind in allen Pflegebereichen weit verbreitet.

Insgesamt kommen die Autorinnen und Autoren zu dem Schluss, dass sich die Arbeitsbedingungen von Pflegekräften deutlich von denen anderer Berufsgruppen unterscheiden. Maßnahmen zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Gesundheit seien deshalb settingspezifisch zu entwickeln, da sich Anforderungen und Ressourcen zwischen ambulanter Pflege, Langzeitpflege und Krankenhauspflege teilweise erheblich unterschieden.

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